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Radio Hamburg

Lehrer braucht das Land

Bildungsniveau deutscher Grundschüler im Keller

Berlin, 13.10.2017
Bildung, Abitur, Abschluss, Schule

Das Bildungsniveau der Grundschüler in Deutschland ist wohl deutlich in den Keller gesackt. Grund hierfür soll der bestehende Lehrermangel sein. 

Unmittelbar vor der Präsentation einer neuen großen Schulstudie wird der Ruf nach mehr Lehrern für Deutschlands Schulen lauter. "Ohne ausreichend Lehrer kann es keinen Bildungserfolg geben", sagt Hamburgs Schulsenator Ties Rabe. Am Donnerstag (12.10.) hatte sich die Kultusministerkonferenz (KMK) bereits auf Maßnahme zur Gewinnung von mehr neuen Lehrern verständigt. 

Zwei Bundesländer besonders betroffen

Am Freitag (13.10.) stellt die KMK in Berlin eine Studie über das Niveau von Grundschülern in Deutsch und Mathematik vor. KMK-Präsidentein Susanne Eisenmann srpach von einer wichtigen Standortbestimmung. "Wir erhalten differenziert darüber Auskunft, inwieweit sich das Kompetenzniveau der Schülerinnen und Schüler in der vierten Jahrgangsstufen in den einzelnen Ländern entwickelt hat", heißt es von der baden-württembergischen Bildungsministerin.

"An der Studie haben rund 30.000 Schülerinnen und Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus allen 16 Ländern teilgenommen." Die Studie zeigt laut baden-württembergischen Medienberichten, dass das Bildungsniveau vom Jahr 2011 auf 2016 in ganz Deutschland massiv gesunken ist - vor allem in zwei Bundesländern: Bremen und Baden-Württemberg. Rabe sagte, gegen den Lehrermangel seien kurzfristige Schritte und längerfristige Konzepte nötig. "Es ist ein Zukunftsthema, dessen Brisanz sich immer schärfer abzeichnet." 

Ausbildungskapazitäten müssen erhöht werden

Bestimmte Länder hätten erhebliche Probleme, ausreichend Nachwuchs zu finden. Rabe zeigte sich offen dafür, verstärkt Uniabsolventen ohne Lehramtsstudium einzustellen. Geklärt werden müsse: "Was lassen wir zu?" Um die Situation dauerhaft zu entschärfen, müssten die Ausbildungskapazitäten erhöht werden. Rabe sagte, bei Schultests dürften die Veränderungen in der Schülerschaft als Grund für durchschnittliche Änderungen der Schülerkompetenz nicht außer Acht gelassen werden. So seien weit mehr nach Deutschland geflüchtete Kinder in den Schulen, als vor wenigen Jahren. 

Die KMK hatte festgestellt, dass insbesondere die Grundschulen, die Sonderpädagogik und die beruflichen Schulen von Lehrermangel betroffen seien. In den ostdeutschen Ländern herrsche noch deutlich mehr Bedarf als in westdeutschen Ländern. Nun solle unter anderem einen Stärkung der Berufs- und Studienorientierung geprüft werden - mit dem Ziel, dass mehr junge Menschen ein Lehramtsstudium aufnehmen. 

(dpa)