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Radio Hamburg

"Bundesweite Bedrohung"

Polizei bittet Bevölkerung um Hilfe bei der Suche nach Supermarkterpresser

Konstanz, 28.09.2017
Supermarkterpresser, Verpixelt

Die Polizei Konstanz bittet die Bevölkerung um Hilfe bei der Suche nach einem Supermarkterpresser, der mehrere Lebensmittelprodukte vergiftet haben soll.

Im Fall des Lebensmittelerpressers am Bodensee hat die Polizei vor einem "sehr skrupellosen Täter" gewarnt. Die Menschen sollten auf manipulierte Produkte achten.

Ein unbekannter Erpresser vergiftet Babynahrung in einem Markt am Bodensee und fordert einen hohen Millionenbetrag. Die Polizei nimmt den Fall sehr ernst und misst ihm bundesweite Bedeutung bei. Der oder die Unbekannten gingen skrupellos vor, sagte ein Polizeisprecher. Am Donnerstag (28.09.) veröffentlichte die Polizei Konstanz ein erstes Fahndungsbild des mutmaßlichen Täters und bittet deutschlandweit um Hilfe bei der Suche nach dem möglichen Täter.

Polizei veröffentlicht Kameraaufnahmen

Die Polizei in Konstanz erklärte in einer Pressekonferenz am Donnerstag (28.09.), dass man die Drohung der Lebensmittelerpressung "sehr ernst" nehme. Der unbekannte Täter habe fünf Lebensmittelprodukte manipuliert, diese Lebensmittel konnten von der Polizei sichergestellt werden. Die Kameraüberwachung in einem Markt habe eine Person aufgenommen, die verdächtigt wird, die Tat verübt zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag (28.09.) bei einer Pressekonferenz in Konstanz.

Es handele sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann mittlerer Größe mit schlanker, sportlicher Statur, sagte Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. Der Mann habe "eventuell zur Tarnung" eine Brille getragen. Besonders auffällig sei ein weißer Sohlenrand an den Sportschuhen des Abgebildeten. "Bei dem Mann handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Giftausbringer", sagte Stürmer.

Erpresser fordert Millionenbetrag

Der Unbekannte fordert mit den vergifteten Lebensmitteln Millionenbeträge von deutschen Supermarkt-Ketten. Vergiftete Nahrungsmittel, darunter auch Babynahrung, seien laut Polizei bisher allerdings nur in Friedrichshafen am Bodensee gefunden worden. Betroffen waren demnach fünf Gläschen. Die Ermittler gehen zwar davon aus, alle vergifteten Gläser entdeckt zu haben. Es sei jedoch falsch, sich nur auf Babynahrung zu konzentrieren. Die betroffenen Geschäfte waren in einer Erpresser-E-Mail benannt worden. Es sei gedroht worden, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger bei in Konstanz. Den Ermittlern zufolge wurde ein zweistelliger Millionenbetrag erpresst. Laut "Bild"-Zeitung handelt es sich um zehn Millionen Euro.

Bedrohungslage in ganz Deutschland

Als Schadstoff bei der Lebensmittelerpressung wurde den Behörden zufolge Äthylenglykol verwendet worden. "Es wurde in die Nahrung eingerührt", sagte Ministerialrätin Petra Mock. Es handele sich um eine klare, süß schmeckende Flüssigkeit. "Schon 30 Milliliter sind bei Erwachsenen gesundheitsgefährdend", sagte sie. Äthylenglykol müsse aber nicht tödlich sein, wenn rechtzeitig ärztlich dagegen vorgegangen werde, sagte Mock. In dem Schreiben, das der Erpresser den Konzernen und auch der Polizei zukommen ließ, hatte der Täter zuvor angekündigt, Produkte in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland zu manipulieren. Diese wolle er mit einer Substanz vergiften.

Das Polizeipräsidium Konstanz hat unter der Telefonnnummer 07531 995-3434 ein Hinweistelefon eingerichtet.

Menschen sollen auf manipulierte Produkte achten

Die Polizei bat Kunden um besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit. Es drohten "sehr ernsthafte Gesundheitsgefahren bis hin zum Tod", sagte ein Polizeisprecher. Die Menschen sollten auf manipulierte Produkte achten und die Polizei informieren. Es gebe aber keinen Grund für Panik und Hysterie. Manipulierte Produkte erkennt man beispielsweise daran, dass beim Öffnen kein charakteristisches "Plopp"-Geräusch machen oder keine Wölbung nach innen aufweisen. Bei anderen Produkten, die nicht luftdicht versiegelt worden, sind Manipulationen allerdings deutlich schwerer zu erkennen. Verbraucher sollten sich deshalb die Verpackung eines Produktes besonders aufmerksam anschauen und auf kleinste Löcher überprüfen, durch die mit einer Spritze eventuell giftige Substanzen hinzugefügt wurden. Sollte man im Markt ein manipuliertes Produkt entdecken, werden die Verbraucher gebeten sofort das Verkaufspersonal zu informieren. Stellen Verbraucher zu Hause eine Manipulation von Verpackungen fest, können diese beim Laden oder jeder Polizeidienststelle abgegeben werden. 

Rico Schmidt von der Hamburger Verbraucherschutzbehörde - Supermarkterpresser

Bisher keine Produkte in Hamburg gefunden

Laut Ulf Wundrack von der Hamburger Polizei sind bisher in Hamburg keine vergifteten Lebensmittel gefunden worden:

Ulf Wundrack von der Hamburger Polizei - Supermarkterpresser

(dpa/san)