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Dramatisches Video

Schwere Verwüstungen: Tornado wütet in NRW

Viersen, 17.05.2018
Tornado in Viersen

Im Raum Viersen am Niederrhein hat am Mittwochabend (16.05.) ein Tornado Verwüstungen angerichtet und zwei Menschen verletzt.

Beeindruckend und zerstörerisch zugleich: Ein Tornado hat am Mittwochabend im Raum Viersen am Niederrhein gewütet und mindestens zwei Menschen verletzt, einen davon schwer. Von einer "Schneise der Verwüstung" sprach der Kreis: "In Viersen-Boisheim sind Häuser so stark beschädigt, dass sie vorübergehend unbewohnbar sind."

Massive Zerstörungen

In dem Ortsteil mit 2.000 Einwohnern haben nun 40 bis 50 Häuser Schäden, wie die Stadt Viersen ergänzte. Zahlreiche Häuserdächer seien abgedeckt, Bäume umgeknickt, Straßen nicht befahrbar. Auch die Autobahn 61 nahe der niederländischen Grenze war teilweise von Sperrungen betroffen. Ein Sprecher des Kreises berichtete von einem schwer verletzten Autofahrer in dem Ort Nettetal-Schaag und einem Feuerwehrmann, der in Nettetal einen Stromschlag erlitten habe. Die Polizei sprach von einem 23 Jahre alten Autofahrer, der nach Verlassen seines Wagens von herabstürzenden Ästen schwer verletzt wurde, sowie von einem Leichtverletzten. Ob es um dieselben Menschen geht, war zunächst noch unklar.

Unwetter nur wenige Minuten lang

Gegen 18 Uhr sei der Wirbelsturm über die Ortschaften Viersen-Boisheim, Nettetal-Schaag, Schwalmtal-Dilkrath, Schwalmtal und teilweise über Niederkrüchten gezogen, schilderte die Kreisverwaltung auf ihrer Facebookseite am Mittwochabend.  Auf der Bahnlinie vom rheinischen Mönchengladbach ins niederländische Venlo musste laut Polizei der Verkehr ruhen. Auch mehrere Straßen blieben zunächst gesperrt, weil umgeknickte Bäume den Weg blockierten. Das Unwetter hat sich nach ersten Polizeiangaben innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten abgespielt. Laut Wetterexperte Frank Böttcher von wetter.net handelte es sich wohl um einen Tornado der Stärke F2 mit Windgeschwindigkeiten von etwa 200 Kilometern pro Stunde. Dieser habe sich aus einer schweren Gewitterzelle heraus entwickelt.

Aufräumarbeiten gehen weiter

Die Aufräumarbeiten sind mittlerweile voll angelaufen. "Da gibt es viel zu tun - vor allem für die Dachdecker", erklärte ein Sprecher der Stadt Viersen am Donnerstagmorgen (17.05.). 150 Menschen hätten demnach einen materiellen Schaden erlitten. Wie hoch der Schaden ist, war am Morgen noch unklar.

(dpa/san)