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Radio Hamburg

Jetzt als Portal für Händler

Quelle.de ist wieder im Netz

Quelle.de Plattform August 2011

Quelle.de gibt's wieder im Netz.

Totgeglaubte leben länger. Quelle.de ist wieder am Markt - jetzt aber mit einem ganz anderen Geschäftsmodell.

Hamburg - Die Internetseite Quelle.de ist seit Mittwoch (10.08.2011) wieder online. "Wir bieten rund 250.000 Artikel aus den Bereichen Wohnen, Haushalt, Accessoires und Elektro auf einem Online-Marktplatz an", sagt Tim von Törne, Geschäftsführer der Quelle GmbH in Hamburg. Bald schon sollen es eine Million Produkte sein. Logo und Farbgebung der Seite erinnern an das Fürther Traditionsunternehmen, auch das Sortiment ist ähnlich. Es gibt allerdings keine Kleidung.

Neues Geschäftsmodell, alter Name

"Quelle.de ist eine Plattform für leistungsfähige Händler", wirbt von Törne. Das Unternehmen stellt keine eigenen Waren auf die Seite, sondern übernimmt für andere Händler die Abwicklung, den Kundenkontakt, die Zahlung und das Marketing. Dazu bedarf es nur einer kleinen Mannschaft. Bislang sind rund 30 Mitarbeiter bei der neuen Quelle beschäftigt, perspektivisch könnten es mal 50 bis 60 werden. Als erstes Umsatzziel haben die Quelle-Manager einen dreistelligen Millionenbetrag ins Visier genommen. Der Umsatz fällt allerdings bei den Händlern an; Quelle bekommt eine Provision für die Dienstleistung.
Auch die populäre Quelle-Marke "Privileg" findet sich wieder, allerdings als einzige. Von Törne hofft, dass viele der alten Quelle-Kunden auf seine Seite kommen. "Immerhin war Quelle noch 2009 der drittgrößte Online-Händler in Deutschland."
Der größte ist Otto, der die Quelle-Markenrechte für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Russland gekauft hat.

Das Unternehmen ist nicht in der Otto-Zentrale im Stadtteil Barmbek untergebracht, sondern in eigenen Räumen im gediegenen Eppendorf. Von Törne, der selbst bei verschiedenen Startup- und Internet-Unternehmen gearbeitet hat und nicht aus der Otto-Gruppe kommt, hat eine junge Mannschaft versammelt.

Geschichte des Versandhauses Quelle

Das Versandhaus Quelle wurde 1927 in Fürth von Gustav Schickedanz gegründet und hatte schon in den 30er Jahren Millionen Kunden. Der Firmengründer, dem vorgeworfen wurde, als frühes NSDAP-Mitglied von der sogenannten Arisierung jüdischen Vermögens profitiert zu haben, bekam 1949 die Vollmacht über sein Unternehmen zurück und machte Quelle zu einem der führenden Versandhäuser der Nachkriegszeit. Der Hauptkatalog hatte eine Auflage von acht Millionen Exemplaren. 1999 wurde Quelle in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und fusionierte mit Karstadt zu KarstadtQuelle, später Arcandor genannt. Dort war Quelle dann wieder eine Tochterfirma, wurde 2009 insolvent und dann abgewickelt. (dpa)