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Radio Hamburg

Datenschutz im Internet

Selbst & Bewusst bei Facebook

Facebook

Die Datenschutzbestimmungen bei Facebook durchblickt nicht jeder. Eine neue Broschüre soll helfen.

Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz, hat eine Informationsbroschüre zum Thema Datenschautz bei Facebook herausgegeben. 

Hamburg - Im Mai dieses Jahres machte der Fall der Hamburgerin Thessa bundesweit Schlagzeilen. Durch ein vergessenes Kreuz hatte sie die Einladung zu ihrer Geburtstagsparty nicht nur ihren Freunde, sondern der gesamten Facebook-Community zugänglich gemacht. Es folgte ein massiver Polizeieinsatz, um der Masse der ungeladenen Gäste Herr zu werden. Seitdem häuft sich die Berichterstattung über ähnliche Fälle, zuletzt der eines 15-jährigen Mädchens aus dem Landkreis Cuxhaven am Sonntag (11.09.2011).
 
Sind die Facebook-Nutzer immer einfach nur leichtsinnig? Oder liegt es vielleicht auch daran, dass die richtigen Einstellungen bei Facebook oft nur schwer zu finden sind?  Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat nicht zuletzt Thessa und ähnliche Fälle zum Anlass genommen, um eine Broschüre zum Thema Datenschutz bei Facebook herauszubringen.  Vom „Freunde finden“ über Gesichtserkennung bis zur Einladung wird in 10 Tipps dargestellt, welche Einstellungen wo zu machen sind.
 
„Es ist schwer genug, den Selbstdatenschutz bei Facebook zu wahren. Die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen sind leider nicht für Jedermann ohne Weiteres verständlich. Mit unserer neuen Broschüre bieten wir hierfür eine Orientierungshilfe an“, so Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.
Die Broschüre zum Download finden Sie hier.

Facebook-Checkliste

Das rät der Datenschützer

  • Benutzung von Pseudonymen

    Wer nicht von jedermann bei Facebook oder über Suchmaschinen gefunden werden möchte, sollte sein Profil unter einem Pseudonym anlegen oder den Nachnamen verschleiern (z.B. durch Ersetzen mit dem Wohnort) oder abkürzen. Das Recht dazu ist im Gesetz festgeschrieben. Die Nutzungsbedingungen von Facebook, die auf Angabe des wahren Namens bestehen, sind daher unwirksam. Sollte Facebook trotzdem das Profil wegen der Pseudonym-Verwendung vorläufig sperren, müssen Sie für sich entscheiden, ob Sie Ihren Account mit Ihrem richtigen Namen fortführen wollen. Der hamburgische Datenschutz wird sich weiter dafür einsetzen, dass Facebook das Recht auf eine pseudonymisierte Nutzung anerkennt.

  • Freunde finden

    Nach Erstellen des Profils erscheint das Angebot, Facebook durch Zugriff auf das eigene E-Mail-Postfach Freunde finden zu lassen. Abgesehen davon, dass die Preisgabe des Passworts an Dritte eventuell den Geschäftsbedingungen des E-Mail-Anbieters widerspricht, werden dabei private Daten von Dritten an Facebook übertragen und dort gespeichert. Lehnen Sie daher dieses Angebot ab und laden Sie ihre Freunde lieber individuell ein.

  • Privatsphäre-Einstellungen

    Unter „Konto“-->„Privatsphäre-Einstellungen“ wird festgelegt, wer welche Daten aus dem eigenen Profil sehen darf. In den meisten Fällen ist die Option „Nur Freunde“ ideal, bei der (Standard-) Einstellung „Empfohlen“ werden bereits sehr viele Daten preisgegeben. Auch die Einstellung „Freunde von Freunden“ ist bedenklich. Bei durchschnittlich 130 Freunden hat ein normaler Facebook-Nutzer weit über 10.000 „Freunde von Freunden“, die ihm größtenteils unbekannt sind und auf deren Auswahl er keinen Einfluss hat. Diese Einstellung unterscheidet sich daher kaum von einer Freigabe für die Öffentlichkeit.

  • Anwendungen, Spiele und Webseiten

    Vielen ist gar nicht bewusst, dass die sogenannten Apps, also Anwendungen, Spiele, aber auch Webseiten, auf ihre persönlichen Daten zugreifen. Dabei müssen nicht Sie selber diese Apps nutzen, es reicht schon, wenn ein Freund von Ihnen es tut und Sie den Zugriff nicht unterbunden haben. Diese wichtigen Einstellungen verbergen sich unter „Konto“--> „Privatsphäre-Einstellungen“ --> „Anwendungen und Webseiten“ -->„Wie Nutzer deine Informationen an Anwendungen weitergeben, die sie nutzen“ -->„Einstellungen bearbeiten“ . Hier kann man prüfen und festlegen, welche Profildaten dem Zugriff durch Apps und Webseiten, die von Freunden genutzt werden, offen stehen.

  • Werbeanzeigen

    Haben Sie sich vielleicht schon einmal gewundert, dass einer Ihrer Facebook-Freunde plötzlich in einer Werbeanzeige auftaucht. Das liegt daran, dass man Facebook die Erlaubnis erteilt, die eigenen Daten für Werbeanzeigen zu verwenden. Wenn Sie gegenüber ihren Freunden nicht als „Werbeträger“ benutzt werden möchten, können Sie die Verwendung ihrer Daten in Facebook-Werbeanzeigen in den „Kontoeinstellungen“ unterbinden. Achtung: Diese Einstellung ist nicht unter den „Privatsphäre-Einstellungen“ möglich!

  • Automatische Gesichtserkennung

    Für hochgeladene Bilder bietet Facebook eine automatische Gesichtserkennung an. Dabei werden abgebildete Personen identifiziert und - sofern es sich um Facebook-Freunde handelt - zur Markierung mit dem Namen vorgeschlagen. In der Folge wird das Bild mit dem Facebook-Profil der abgebildeten Person verknüpft und ein biometrisches Muster des Gesichts angelegt. Jede weitere Bestätigung verbessert die Erkennungsgenauigkeit, d.h. häufig abgebildete Personen werden zunehmend besser und treffsicherer auf fremden Bildern erkannt. Um zu verhindern, dass Facebook den eigenen Namen bei Fotos von Freunden vorschlägt, kann diese Funktion unter „Privatsphäre-Einstellungen“ -->„Benutzerdefinierte Einstellungen“ -->„Freunden Fotos von mir vorschlagen“ gesperrt werden.

    Diese Einstellung deaktiviert jedoch nur die Vorschlagsfunktion für die Freunde. Ob damit eine Löschung der gespeicherten biometrischen Daten verbunden ist, ist unklar. Um sicher zu gehen, dass auch die Erfassung der biometrischen Daten untersagt wird, muss eine spezielle Seite im „Hilfebereich“ aufgerufen werden: http://www.facebook.com/help/?page=1194 Von dort aus ist eine Nachricht an das „Facebook Foto-Team“ zu senden. Darin kann man Facebook bitten, „alle zusammengefassten Informationen zu Fotos“ zu entfernen.

  • Daten von Freunden und Bekannten

    Wer Fotos oder Videos von Partys, Familienfeiern bei Facebook hochlädt, muss vorab sicherstellen, dass die darauf abgebildeten Personen mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Dies gilt auch für Bilder in eigentlich „privaten“ Fotoalben! Auch dort betreibt Facebook eine automatische Gesichtserkennung und legt biometrische Profile über abgebildete Personen an. Übrigens, auch die Eingabe von E-Mail-Adressen oder Handy-Nummern bei Facebook zum Zweck der Freundesuche sollte nur erfolgen, wenn die betroffenen Personen mit der Weitergabe ihrer persönlichen Daten einverstanden sind. Berufliche Kontakte sollten niemals über Facebook verwaltet werden. Auch ein geschäftlich genutztes Smartphone sollte nicht mit Facebook synchronisiert werden.

  • Sichere Netzwerkverbindung

    Um das Ausspähen der eigenen Daten durch Dritte zu erschweren, sollte Facebook nur über verschlüsselte Netzwerkverbindungen genutzt werden. Hierzu muss das Häkchen unter „Konto“ --> „Kontoeinstellungen“ --> „Sicherheit“ --> „Sicheres Durchstöbern“ --> „Bearbeiten“ gesetzt sein. Ob Sie eine sichere Verbindung nutzen, erkennen Sie durch einen Blick auf die Adressleiste. Dort sollte „https://...“ stehen.

  • Empfänger für Beiträge und Einladungen

    Bei jedem Beitrag bei Facebook sollte man festlegen, an wen er sich richtet. Der Kreis der Empfänger lässt sich über das Schloss-Symbol einstellen. In Zukunft soll hier ein Button eine gezielte Steuerung und auch eine nachträgliche Änderung ermöglichen. Vor allem Einladungen zu Parties oder Treffen sollten nur an erwünschte Gäste versandt werden. Wird eine Veranstaltung als „öffentlich“ markiert, kann der Termin von jedem weiterverbreitet werden und ist nicht mehr zu kontrollieren.

  • Cookies löschen

    Cookies sind kleine Dateien, die von Webseiten auf dem lokalen Rechner gespeichert werden, um beispielweise Seitenbesucher wiederzuerkennen. Auch Facebook setzt Cookies ein und kann unter anderem durch den „Gefällt mir“-Button die Mitglieder auch auf Webseiten außerhalb Facebooks verfolgen und das Surfverhalten erfassen. Dabei ist übrigens unerheblich, ob der „Gefällt mir“-Button geklickt wird oder nicht. Den einzigen Schutz davor bietet das regelmäßige Löschen der Cookies im Menü Ihres Web-Browsers. Häufig können dort auch aktuell vorhandene Cookies eingesehen werden.