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Radio Hamburg

#Wulfffilme: Neuer Trend im Internet

Wulff im Netz der Satire

The Leihen King

#Wulfffilme sind im Moment der Renner im Internet.

Bundespräsident Christian Wulff kommt nicht mehr aus den Schlagzeilen. Nun ist er auch in den Spott-Sog des Internets geraten.

Berlin - Kreditaffäre, Anrufe beim Bild-Chefredakteur und immer neue Kritik von allen Seiten: Bundespräsident Christian Wulff ist momentan absolutes Thema Nummer eins in den Medien. Doch nicht nur die Presse stürzt sich mit kritischen Fragen auf die Affären des ersten Mannes im Staat, auch das Internet ist nun auf den Wulff-Zug aufgesprungen.

So haben kreative Twitter-Nutzer ein neues "Mem" (Internet-Hype oder Phänomen) ins Rollen gebracht, das zwischen den zahlreichen Kopfschüttel-Meldungen rund um Wulff zumindest kurz für das eine oder andere Lachen sorgt.

Unter dem Hashtag #Wulfffilme werden derzeit Abwandlungen von bekannten Filmtiteln verbreitet, die den Bundespräsidenten und die Affären auf satirische Art und Weise auf die Schippe nehmen.

Gestartet hat den Wulfffilme-Hype der Journalist Richard Gutjahr. Der Blogger hat mittlerweile auch seine Top-Filme zusammengestellt, die es unten für Sie zum Durchklicken und Ablachen gibt.

#Wulfffilme: Die besten Schöpfungen im Überblick

Internet-Hype

Die besten #Wulfffilme

Quelle: storify.com/gutjahr/wulff-filme-favorites

Chronik der Ungereimtheiten

Wulffs Stolpersteine in der Kredit- und "Bild"-Affäre

  • Februar 2010: Im niedersächsischen Landtag wird Christian Wulff (damals noch Ministerpräsident in Niedersachsen) gefragt, ob er Geschäftsbeziehungen zum Unternehmer Egon Geerkens unterhalte. Wulff verneint die Frage.

    Grund für die Befragung: Eine Urlaubsreise nach Florida im Dezember 2009. Für den Flug hatte die Wulff-Familie ein kostenloses Upgrade bekommen und angenommen im Wert von ca. 3.000 Euro. Hintergrund: Nach dem niedersächsischen Ministergesetz sind nur Geschenke bis zehn Euro erlaubt.

  • März 2010: Wulf löst den Geerkens-Privatkredit (angeblich von Edith Geerkens gewährt) durch ein Darlehen bei der BW-Bank ab.

  • 13. Dezember 2011: Die "Bild"-Zeitung macht mit dem Artikel auf, das Wulff von der Unternehmergattin Edith Gerkens 500.000 Euro als Privatkredit bekommen hat.

  • 13. Dezember 2011: Wulff äußert sich nicht persönlich zum "Bild"-Artikel. Das Bundespräsidialamt bestätigt aber, dass es den Kredit gegeben hat, dass aber die Anfrage des Landtages 2010 "korrekt beantwortet" worden ist.

  • 15. Dezember 2011: Wulff ist on seiner Reise duch die Golfregion zurück und erklärt öffentlich: "Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte. Ich bedaure das. Es wäre besser gewesen, wenn ich auf die Anfrage der niedersächsischen Abgeordneten im Landtag über die konkreten Fragen hinaus auch diesen privaten Vertrag mit Frau Geerkens erwähnt hätte, denn in der Sache hatte und habe ich nichts zu verbergen."

  • 16. Dezember 2011: Es verdichten sich die Hinweise, dass der Geerkens-Kredit nicht von Edith sondern von Egon Geerkens gewährt wurde. "Der Spiegel" zitiert den Unternehmer wie folgt: "Ich habe mit Wulff verhandelt" und "ich habe mir überlegt, wie das Geschäft abgewickelt werden könnte."

  • 16. Dezember 2011: Wulffs Anwälte bekräftigen und bestätigen, dass der Kreditvertrag allein mit Edith Geerkens geschlossen wurde.

  • 18. Dezember 2011: Neue Vorwürfe gegen Wulff werden laut. Es soll mehrere Urlaubsaufenthalte in Häusern befreundeter Unternehmer gegeben haben.

  • 18. Dezember 2011: Wulffs Anwaltsbüro veröffentlicht eine Liste, aus der hervorgeht, dass Wulff zwischen 2003 und 2010 insgesamt sechs Mal Urlaub bei befreundeten Unternehmern gemacht hat.

  • 19. Dezember 2011: Journalisten können erstmals Einblick in den umstrittenen Geerkens-Kreditvertrag erhalten. Das hatte Wulff über sein Anwaltsbüro gewährt.

  • 19. Dezember 2011: Es wird bekannt, dass AWD-Gründer Carsten Maschmeyer (Freund von Schauspielerin Veronica Ferres), 2007 eine Anzeigenkampagne für Wulff bezahlt hat.

  • 21. Dezember 2011: Ein Geerkens-Anwalt bestätigt erstmals, dass Egon Geerkens nun doch an den Verhandlungen über den Privatkredit an Wulff beteiligt gewesen ist.

  • 22. Dezember 2011: Wulff geht erneut in die Offensive und drückt sein Bedauern darüber aus, dass die Finanzierung seines Privathauses in der Öffentlichkeit "irritierend" gewirkt habe. Wulff weiter: "Ich hätte auch den Privatkredit dem niedersächsischen Landtag damalig offenlegen sollen. Das war nicht geradlinig, und das tut mir leid."

  • 22. Dezember 2011: Wulff entläst seinen langjährigen Sprecher Olaf Glaeseker.

  • 1. Januar 2012: "Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" vermelden, dass Wulff am 12. Dezember, dem "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann auf die Mailbox gesprochen hätte und bei Veröffentlichung des Artikels zur "Kreditaffäre" dem Springer-Haus mit dem "endgültigen Bruch" gedroht habe.

  • 2. Januar 2012: Wulff äußert sich nicht zu den Vorwürfen. Seine neue Sprecherin, Petra Diroll, erklärt allerdings, dass für den Bundespräsidenten die Presse- und Rundfunkfreiheit "ein hohes Gut" sei.

  • 2. Januar 2012: "Bild" bestätigt den Anruf Wulffs. Wulff habe sich aber zwei Tage später für die Mailbox-Ansage entschuldigt. Der Verlag bestätigte ebenfalls, dass Wulff bei Springer-Chef Mathias Döpfner in dieser Angelegenheit angerufen habe.

  • 3. Januar 2012: SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat erhebliche Zweifel geäußert, ob Bundespräsident Christian Wulff noch tragbar ist.

  • 4. Januar 2012: Bundespräsident Christian Wulff will nach Informationen der ARD im Amt bleiben. Wulff habe sich entschieden, nicht zurückzutreten, meldete das ARD-Morgenmagazin am Mittwoch (04.01.2012) unter Berufung auf zuverlässige Quellen in der Umgebung des Staatsoberhauptes.

  • 4. Januar 2012: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet in der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff weitere Erklärungen des Staatsoberhaupts. Die Kanzlerin habe volles Vertrauen darin, dass der Bundespräsident alle anstehenden Fragen umfassend beantworten werde.

    Wulff will am Abend der ARD und dem ZDF ein Interview geben. ARD und ZDF strahlen das Interview 20:15 Uhr zeitgleich aus. Es soll eine Viertelstunde dauern, teilte das ZDF mit.
    (Stand: 04.01.2012, 14:15 Uhr)