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Radio Hamburg

Übernahme durch Facebook

Alternativen zu WhatsApp

Menlo Park, 01.03.2014
RHH - Expired Image

Facebook kauft WhatsApp.

Zuckerberg hatte Angst, dass sich Nutzer zugunsten von WhatsApp von Facebook abwenden und kaufte seinen Konkurrenten kurzerhand auf.

Zwei der weltgrößten Online-Netzwerke gehören künftig zusammen: Platzhirsch Facebook mit seinen mehr als 1,2 Milliarden Mitgliedern schluckt den Kurznachrichten-Dienst WhatsApp mit gut 450 Millionen Nutzern. "WhatsApp wird uns dabei helfen, unsere Mission zu erfüllen, die ganze Welt zu vernetzen", sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch bei der Bekanntgabe des überraschenden Geschäfts.

14 Milliarden Euro

Facebook lässt sich den Zukauf insgesamt 19 Milliarden Dollar kosten oder umgerechnet 14 Milliarden Euro. "WhatsApp ist auf dem besten Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden", begründete Zuckerberg die hohe Kaufsumme für ein Unternehmen mit gerade einmal 55 Mitarbeitern."Dienste, die eine Milliarde Nutzer haben, sind unglaublich wertvoll", sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Facebook-Aktie fiel nachbörslich um 3 Prozent.

Was kann WhatApp?

Über die Smartphone-App WhatsApp können Nutzer miteinander Text-und Sprachnachrichten, Fotos oder Videos austauschen. WhatsApp hatsich damit fest als SMS-Alternative etabliert. Alleine in Deutschlandnutzten zuletzt 30 Millionen Menschen den Dienst. Weltweit kommetäglich mehr als eine Million Nutzer hinzu, erklärte Zuckerberg. 70 Prozent der Leute nutzten WhatsApp jeden Tag.

Alternativen zu WhatsApp

Für die Nutzer soll sich bei WhatsApp nichts ändern. Wer nach der Übernahme von Facebook dennoch ein schlechtes Gefühl hat und jetzt lieber auf einen anderen Dienst umsteigen möchte, kann sich hier über Alternativen informieren.

Übersicht

Alternativen zu WhatsApp

  • Threema

    Threema ist im Moment stark im Kommen. Die App bietet eine "End-to-End-Verschlüsselung".

    Die App ist für iOS und Android verfügbar und kostet 1,70 Euro bzw. 1,60 Euro. 

  • ChatOn

    ChatOn ist der Messenger aus dem Hause Samsung und ist dementsprechend auf den Samsung-Geräten bereits installiert. Dennoch ist die App auch für andere Betriebssysteme erhältlich.

    ChatOn ist kostenlos für iOS und Android verfügbar.

  • Viber

    Viber ist eigentlich eine App für VoIP und Videotelefonie, lässt sich aber auch als Messenger nutzen.

    Viber ist kostenlos für iOS, Android, Windows und Blackberry verfügbar.

  • Skype

    Skype ist die bekannteste App für Videotelefonie, eignet sich aber ebenfalls als Messenger.

    Skype gibt es für fast alle Endgeräte. Sogar immer mehr Fernseher sind Skype-fähig.

  • Kakao Talk

    Kakao Talk verschickt Nachrichten über sichere SSL-Verbindungen. Text, Foto, Video und Sprachnachrichten können verschickt werden.

    Kakao Talk ist kostenlos für iOS, Android und Windows verfügbar.

  • Telegram

    Beim Open-Source-Messenger werden die Nachrichten verschlüsselt übertragen. 

    Telegram ist kostenlos für iOS und Android verfügbar.

  • Line

    Line lässt sich per Facebook oder mit der eigenen Mobilfunknummer einrichten. Der Dienst ähnelt Whatsapp sehr.

    Line ist kostenlos für iOS, Android, Windows und Blackberry verfügbar.

  • SMS

    Für alle, die lieber keinen Messenger nutzen wollen, bleibt natürlich immer noch die handelsübliche SMS.

 

Auch Goolge war interessiert

Zuckerberg handelte den Deal nach einigen Angaben in gut zehnTagen aus. Laut einem Bericht des Technologie-Blogs "The Information" hatte auch Google ein Auge auf WhatsApp geworfen. Der Internet-Konzern habe der Kurznachrichten-Firma Geld allein schon dafür abgeboten, über das Auftauchen anderer Interessenten zu informieren. WhatsApp habe abgelehnt, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Das Interesse anderer Schwergewichte könnte eine Erklärung für den ungewöhnlich hohen Preis sein.

Angst vor Konkurrenz

Der Zukauf folgt auch auf immer wiederkehrende Medienberichte, dass Teenager Facebook den Rücken kehrten und zu alternativen Diensten wie eben WhatsApp gingen. Diese Sorge hatte zwischenzeitlich zu deutlichen Kursverlusten geführt. Auf die Frage eines Analysten, ob die Nutzer bei WhatsApp denn jünger seien, konnte Facebook-Finanzchef David Ebersmann aber keine Auskunft geben: "Der Dienst fragt nicht nach dem Alter, wenn man sich anmeldet." Man wisse bisher auch nicht, wie groß die Überschneidung zwischen den Nutzer-Gemeinden ist.

Keine Änderungen für Nutzer

Durch die Übernahme werde sich für die Nutzer nichts ändern, versprach WhatsApp. Der Dienst werde nach wie vor für eine kleine Gebühr nutzbar sein und keine Werbung werde die Kommunikation unterbrechen, erklärte die Firma in einem Blogeintrag. "WhatsApp wird autonom bleiben und unabhängig agieren", hieß es. Auch Zuckerberg versicherte, dass das WhatsApp-Team seine Unabhängigkeit unter dem Dach von Facebook behalten werde. Ihnen sei außergewöhnliches Wachstum gelungen - "es wäre dumm, uns da jetzt einzumischen."

WhatsApp soll weiter wachsen

Wie sich der hohe Kaufpreis letztlich rechnen soll, ließ Zuckerberg offen. Zunächst einmal gehe es darum, dass der Dienst weiter wachse auf "eins, zwei oder drei Milliarden Mitglieder", sagte Zuckerberg. «Es gibt es mehrere Wege, wie wir damit Geld verdienen können.» Werbung zähle in seinen Augen nicht dazu. Facebook überweist zunächst 4 Milliarden Dollar in bar sowie Aktien im Wert von 12 Milliarden Dollar an die WhatsApp-Besitzer. In den kommenden Jahren sollen weitere Aktien im Wert von aktuell 3 Milliarden Dollar an die Gründer und Mitarbeiter fließen. Mitgründer Jan Koum zieht in den Verwaltungsrat von Facebook ein. 

Übernahmen von Facebook

Facebook hat bereits einen eigenen Messaging-Dienst mit ähnlichen Funktionen. Dieser soll auch parallel weiterentwickelt werden. Allerdings kaufte Zuckerberg auch schon für knapp eine Milliarde Dollar die Foto-Plattform Instagram, obwohl Facebook-Nutzer bereits Bilder austauschen konnten. Auch die derzeit populäre Foto-App Snapchat, bei der Bilder von alleine verschwinden, wollte Facebook dem Vernehmen nach vor kurzem für drei Milliarden Dollar kaufen, die Gründer lehnten jedoch ab.

Der Deal um WhatsApp kommt nur wenige Tage nachdem der japanische Online-Händler Rakuten für 900 Millionen Dollar die Kommunikations-App Viber übernahm. Das WhatsApp-Geschäft muss noch von den Wettbewerbshütern abgesegnet werden. Der Abschluss soll später im Jahr erfolgen.

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(dpa/kru)

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