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Radio Hamburg

Urheberrechtsverletzungen

Onlineportal kinox.to im Visier der Ermittler

Berlin/Dresden , 26.10.2014
kinox.to, kinox, Urheberrecht

Mit Razzien in vier Bundesländern haben Ermittler in der vergangenen Woche vergeblich versucht, die Betreiber des Onlineportals kinox.to aufzuspüren.

Im Rahmen einer bundesweiten Razzia wurden zwei Personen letzte Woche festgenommen, zwei weitere sind auf der Flucht.

Im Kampf gegen Raubkopien sind Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit einer Razzia in mehreren Bundesländern gegen die Betreiber des Onlineportals kinox.to vorgegangen.

Unter Top 50 Web-Angebote

"Es gab zwei Festnahmen", bestätigte Behördensprecher Wolfgang Klein am Sonntag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Zudem seien "jede Menge Daten" sichergestellt worden. Die Seite kinox.to verlinke auf raubkopierte Medieninhalte wie aktuelle Kinofilme und sei dem geschlossenen Portal kino.to nachempfunden, schrieb der «Spiegel». Sie rangiere unter den Top 50 der von Deutschland aus besuchten Web-Angebote. Es gebe vier Hauptbeschuldigte, sagte Klein. Neben den zwei Verhafteten aus dem Raum Neuss und Düsseldorf werde nach zwei Brüdern im Alter von 25 und 21 Jahren aus Lübeck europaweit gefahndet.

Urheberrechtsverletzungen, Erpressung und Brandstiftung

Neben gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzungen wie im Fall kino.to und Steuerhinterziehung von mindestens 1,3 Millionen Euro kämen diesmal noch räuberische Erpressung und Brandstiftung hinzu, sagte Klein. Die Beschuldigten hätten "massiv versucht", Konkurrenz aus dem Internetmarkt zu vertreiben. "Man hat da alle Mittel genutzt und auch versucht, mit Drohungen zu arbeiten." Habe das nicht den gewünschten Erfolg gebracht, sei "auch schon mal ein Auto in Flammen aufgegangen." Zudem seien bei einem Berliner Zahlungsdienstleister "Abschöpfungen zur Sicherstellung der Steuerschuld" durchgeführt worden.

Nutzung von Streaming-Diensten straffrei?

Klein zufolge sei im Zuge von Ermittlungen im kino.to-Verfahren festgestellt worden, dass die Beschuldigten, die zunächst nicht bekannt waren, "einfach weitergemacht und das kinox.to-Portal betrieben haben". Dem "Spiegel" zufolge sind die Verdächtigen mit den
verurteilten kino.to-Betreibern bekannt. Diese - die Gründer aus Leipzig sowie der Chef-Programmierer der mittlerweile vom Netz genommenen Seite - hatten jahrelange Haftstrafen erhalten. Umstritten ist, ob die Nutzer solcher Streaming-Seiten straffrei bleiben. Einige Rechtsexperten vertreten diese Ansicht. Abmahnungen hätten demnach vor Gericht wahrscheinlich keinen Bestand, da es bislang noch keine höchstrichterliche Klärung gebe.

(dpa/kru)

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