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Radio Hamburg

Seitensprung-Portal

"Ashley Madison"-Nutzer lassen Profil löschen

Toronto, 21.08.2015
Seitensprung Affäre Betrug

Viele Nutzer haben ihr Profil bei Ashley Madison löschen lassen - und dafür sehr viel Geld bezahlt. 

Nach der skandalösen Veröffentlichung von Daten der Millionen Nutzer des Seitenssprung-Portals "Ashley Madison", ließen diese ihr Profil löschen. 

Es ist gut einen Monat her, dass Hacker beim Seitensprungportal Ashley Madison Nutzer-Informationen gestohlen haben. Nun wollen sie die Daten der Millionen betroffenen Nutzer veröffentlicht haben. Eine Datenmenge von 9,7 Gigabyte sei im sogenannten Darknet gepostet worden, zugänglich über den Anonymisierungs-Dienst Tor, wie unter anderem das Magazin "Wired" berichtete. In den Dateien sind den Berichten zufolge Profildaten wie Namen, Adressen und Telefonnummern sowie verschlüsselte Passwörter enthalten. Die Datensätze sollen von rund 33 Millionen Nutzern stammen. In einer Mitteilung betonte das Unternehmen hinter Ashley Madison, dass man die Situation weiter untersuche und man arbeite daran, die Echtheit der Daten zu prüfen sowie illegal veröffentlichte Informationen löschen zu lassen.

Auch Kreditkarten enthalten

Der frühere Technikchf von Ashley Madison, Raja Bhatia, zweifelt zugleich die Echtheit der Daten an . Er ist seit dem Hack als Berater für das Unternehmen aktiv. Unter anderem seien in dem aktuellen Paket auch Kreditkarten-Daten enthalten - aber Ashley Madison speichere diese nichts, wie Bhatia verrät. "Wir sehen jeden Tag 30 bis 80 angebliche Veröffentlichungen", wovon sich der Großteil als gestohlene Daten anderer Quellen herausstellen. IT-Sicherheitsexperte Brian Krebs hatte als erster über den Angriff berichtet und ist nach einer ersten Analyse der Datensätze zu dem Schluss gekommen, dass sie echt seien.

Hinweise auf Accounts des US-Militärs

Die Hacker hatten im Juli gedroht, die Informationen zu veröffentlichen, wenn Ashley Madison nicht schließe. Der Dienst sei unmoralisch. Viele Nutzer haben inzwischen ihr Profil löschen lassen - gegen Kosten. Das bringt dem Unternehmen Ashley Madison Millionen ein. Betreiber des Portals ist der kanadische Internet-Konzern Avid Life Media. Ashley Madison hatte die Flirt-Plattform vor allem bei Verheirateten für Seitensprünge beworben. Dabei wurde auch Diskretion versprochen. Die IT-Sicherheitsexperte Graham Cluley betonte angesichts der neuen Veröffentlichung, dass selbst aus echten Daten nur bedingt Rückschlüsse über Personen gezogen werden könnten. Ashley Madison habe keine Bestätigungs-Antwort angefordert, wenn Nutzer ihre E-Mail-Adressen angegeben hatten. In der Datenbank könnten also auch E-Mails von Leuten auftauchen, die nie etwas mit der Firma zu tun gehabt hätten. In dem veröffentlichten Datenpaket sollen rund 36 Millionen E-Mail-Adressen zu finden sein, über 15 000 davon hätten die Endungen «.mil» und «.gov», die auf Accounts aus dem US-Militär und Regierungsbehörden hinweisen.

Überprüfen, ob man betroffen ist

Der Sicherheitsforscher Robert Graham schrieb nach einer Auswertung des Pakets, es enthalte Daten von 28 Millionen Männern und 5 Millionen Frauen. US-Journalist Sam Biddle vom Klatschportal "Gawker" schrieb, er habe in den Daten ein Profil wiedergefunden, das er einst bei Recherchen für einen Artikel über Online-Dating angelegt habe. Auch die Sicherheitsforscher berichteten, sie seien von diversen Nutzern kontaktiert worden, die ihnen die Echtheit von Daten bestätigt hätten. Microsoft-Mitarbeiter Troy Hunt integrierte die Informationen in eine von ihm betreute Datenbank "haveibeenpwned.com", die anzeigt, ob E-Mail-Adressen von Hackerangriffen betroffen waren. Er habe aber durch ein Bestätigungssystem dafür gesorgt, dass nur die tatsächlichen Nutzer der E-Mail-Profile sich darüber informieren könnten, ob ihre Adressen in dem angeblichen Ashley-Madison-Datenpaket auftauchen.

Hier könnt Ihr überprüfen, ob Ihr betroffen seid: 

https://ashley.cynic.al/

http://www.trustify.info/check-no

(pgo)

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