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Radio Hamburg

Bei Facebook blamiert

Anonymous trickst "strohdumme Nazis" aus

Chemnitz, 22.02.2016
Anonymous, IS, TrollDay, Daeshbag

Diese maskierte Figur ist Sinnbild der Hacker-Gruppierung Anonymous, die hinter dem Honeypot-Trick steckt.

Mit einer technisch geschickten Facebook-Aktion hat eine Chemnitzer Anonymous-Gruppe die rechte Szene und Flüchtlingsgegner vorgeführt.

Ein nicht persönlich identifizierter Facebook-Nutzer aus einer Chemnitzer Anonymous-Gruppierung hat im Anschluss an die Clausnitzer Schrei-Attacke auf ankommende Geflüchtete mit einer aufmerksamkeitsstarken Trojaner-Methode dafür gesorgt, dass sich unzählige unreflektierte und fremdenhasserfüllte User jetzt in aller Öffentlichkeit kräftig blamieren.

Fingierter Köder: Der Honeypot-Trick

Der unbekannte Initiator der Aktion, der sich eigens zu diesem Zweck ein Facebook-Profil mit dem Namen "Micha Gerlach" eingerichtet hat, hat sich die Geschichte ausgedacht, dass Flüchtlinge neuerdings vom Sozialamt Handy-Gutscheine im Wert von 200 EUR kostenlos zur Verfügung gestellt bekämen, um den erwartbaren Hass seiner späteren Cyber-Opfer auf sich zu ziehen und szenenintern virale Empörung auszulösen. Hierzu hat er die vermeintlichen Gutscheine entworfen und fotografiert, als Unterlage ist ein postalisches Begleitschreiben mit Briefumschlag im Bild zu sehen, und der Text des Posts lautet "Ich glaub ich spinne..... könnt ich kotzen bei sowas >.< ", um seine geschauspielerte Ablehnung authentisch in Szene zu setzen und den Honeypot-Köder perfekt abzurunden.

Riesige Reichweite über Pegida & Co.

Natürlich ist dieser Post von Flüchtlingsgegnern wild geteilt worden, so dass jeder einzelne ihn mit seiner persönlichen Facebook-Chronik verbreitet hat - anstatt einmal die Stimmigkeit vorher zu überprüfen. "Micha Gerlach" hatte extra Hinweise ins Bild eingebaut, die die Tatsachenfälschung bei einmaligem, genaueren Hinsehen bereits offensichtlich gemacht hätten, zum Beispiel einen veralteten Poststempel und sogar den großen, blauen Stempel "Das Problem heißt Rassismus" auf dem Briefumschlag.

Und dann der Clou!

Nachdem die Reichweite des erdichteten Hass-Postings ordentlich zugelegt hatte, hat sich plötzlich das geteilte Foto auf jeder einzelnen Chronik verändert: Anstelle der entworfenen Gutscheine und des Briefs vom Amt war nun überall das Textbild "Ich bin ein strohdummer NAZI. Ich verbreite Hetze über das Internet und teile sämtlichen Dreck ohne Überprüfung" als geteilter Inhalt  zu sehen! Exzellent vorgeführt!

Funktion "Post bearbeiten" unzureichend

Facebook ermöglicht zwar seit 2013, gepostete Inhalte nachträglich zu bearbeiten. Das bezieht sich allerdings nur auf den Text, der entweder allein oder mit Anhängen wie Fotos oder Videos veröffentlicht wird. Die Anhänge selbst lassen sich nicht mehr nachträglich austauschen, so dass sich "Micha Gerlach", der als Profilbild ein Anonymous-Logo verwendet hat, offenbar anderer technischer Möglichkeiten bedient haben muss... unter'm Strich eine großartige und löbliche Social-Media-Aktion gegen Fremdenhass, bei der sich die reingefallene Hass-Szene weitreichend und ordentlich selbst blamiert und als "strohdumm" bloßgestellt hat. Applaus!

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