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Radio Hamburg

Hellwach oder in der Heia?

Dieses Tool verrät, was die Facebook-Freunde machen

Kopenhagen, 02.03.2016
Facebook-Tool überwacht Schlafgewohnheiten der User

Wach oder doch schon im Bett? Das Tool "fb-sleep-stats" verrät es Euch.

Es klingt verrückt, scheint aber zu funktionieren. Durch ein einfaches Tool eines dänischen Start-Ups ist es möglich den Schlafrhythmus seiner Freunde zu bestimmen. 

Die Ausrede: "Hab ich leider nicht mehr gesehen, da war ich schon im Bett" ist den meisten Internetjüngern ja schon durch die blauen Gelesen-Häkchen von Whatsapp genommen worden. Der Kopf eines dänisches Start-Ups nimmt lesefaulen Nachrichtenverdrängern jetzt auch noch den Facebook-Messenger, mit dem sich recht genau bestimmen lässt, ob jemand noch online aktive ist oder schon längst in den Federn liegt.

Unheimlich präzise

Das Tool "fb-sleep-stats" ist so einfach, wie genial, wie unheimlich: Da die meisten Nutzer der Facebook-Messanger-App tatsächlich am häufigsten direkt nach dem Aufstehen und kurz vor dem zu Bett gehen die App kontrollieren, ob sie irgendwelche Nachrichten erhalten haben, ist es relativ einfach aus den Aktivitätsmustern zu errechnen, wann sich ein einzelner Nutzer der App hinlegt oder wann er normalerweise aktiv ist. Genau aus diesem Muster hat der Däne Soren Louv-Jansen das Tracking-Tool erstellt und anschließend auf der Plattform "Github" zur Verfügung gestellt, das es ermöglicht die Schlafgewohnheiten der Facebook-Freunde auf die Minute zu ermitteln.

Time Stamps im Messenger

Die Anzeige "Zuletzt online" kennt wohl jeder. Genau diese Time Stamps macht sich das Tool zunutze und zeichnet die Aktivitätsmuster der User nach. Möglich wäre dies natürlich auch durch stundenlange Überwachung, das Tool macht das ganze am Ende aber automatisch und 24 Stunden am Tag. Nach Angaben des Programmierers habe das Tool bei 30 Prozent die Schlafgewohnheiten sehr genau oder bei 70 Prozent relativ genau vorhersagen können. Der Washington Post sagte der Entwickler: "Es ging mir dabei nie darum, meine Freunde auszuspionieren. Stattdessen wollte ich aufzeigen, wie viel Facebook von seinen Nutzern wirklich weiß und wie viele digitale Fußabdrücke jeder von uns wirklich hinterlässt." Nach eigenen Angaben hätten bereits mehr als 1.000 Menschen das Tool heruntergeladen. Mit etwas IT-Wissen könne das Programm jeder ganz einfach verwenden, so der Däne.

 

Facebook gefällt das gar nicht

Doch wirklich begeistert ist Facebook von dem Tracking-Tool nicht. Louv-Jansen erklärte man habe ihn gebeten das Tool nicht weiter zu verbreiten, weil es gegen die Facebook-Nutzungsbedingungen verstoßen würde. Der Däne will das allerdings nicht auf sich sitzen lassen und bietet das Tool weiter zum Download an, um auf die Datensammelwut des Konzerns aufmerksam zu machen. Der Programmierer erklärte, dass auch Facebook die Time-Stamp-Daten sammeln würde und für eigene Zwecke verwenden würde. "Ich will nicht sagen, dass Facebook böse sei, aber das ist halt ein Nebenprodukt des Geschäftsmodells" so der Entwickler in der Washington Post.

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