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Radio Hamburg

Weltweite Cyber-Attacke

Schärferes IT-Sicherheitsgesetz gefordert

Berlin, 15.05.2017
Darknet, Cyber

Eine weltweite Cyber-Attacke hat neben den deutschen Bahn 200.000 weitere Firmen getroffen.

Nach den jüngsten weltweiten Cyber-Attacken fordert der Bundesminister Alexander Dobrindt, eine Verschärfung des IT-Sicherheitsgesetzes. 

Die IT-Sicherheit sei nur gewährleistet, wenn die Bedrohungslage ständig beobachtet und die Sicherheitsarchitektur ständig weiterentwickelt werde. "Dabei ist wichtig, dass bei IT-Störungen zwingend die Ereignisse an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gemeldet werden, um daraus Schlüsse zu ziehen und im Zweifel Gegenmaßnahmen zu entwickeln", erklärte der CSU-Politiker in der "Passauer Neuen Presse" (Montag).

"Dazu müssen im IT-Sicherheitsgesetz die Vorkehrungen getroffen werden." Für Deutschland sei der Schutz der kritischen Infrastrukturen mittlerweile "zu einer existenziellen Frage geworden".  Von der jüngsten Attacke war unter anderem das Informationssystem der Deutschen Bahn betroffen gewesen. Weltweit waren Computer mit einer Schadsoftware infiziert worden.

Sicherheitslücke ausgenutzt

"Der Angriff hat eine bestehende Sicherheitslücke ausgenutzt, für die es bereits ein Sicherheitsupdate gab, und er war nur erfolgreich, wo dieses Update nicht aufgespielt wurde", sagte IT-Experte Michael Backes von der Universität des Saarlandes der Deutschen Presse-Agentur. So etwas könne wieder geschehen. Um eine bekannte Sicherheitslücke auszunutzen, brauche man nicht beliebig großes Expertenwissen. Der Angriff sei jedoch sehr weitflächig gewesen. "Man hat versucht, mit einer ganz großen Kanone auf Europa und die Welt zu schießen. Das erfordert zumindest viele Personen und wahrscheinlich eine recht hohe finanzielle Unterstützung."

Es könne noch schlimmer kommen

Es gebe kaum Möglichkeiten, den Hackern auf die Schliche zu kommen. Die Methode des Angriffs sei nicht neu gewesen, ergänzte Backes. "Neu war, dass plötzlich Ziele angegriffen wurden, die der Öffentlichkeit sehr bewusst machen, wie schlimm so ein Angriff ist, etwa dass Chemo-Patienten nach Hause geschickt wurden, weil man deren Daten nicht mehr hat." Es könne noch schlimmer kommen. "Ich erwarte irgendwann auch Angriffe, die umfangreicher, die kritischer sind."

(dpa/aba)

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