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Radio Hamburg

Jahrhundert-Kunstraub in den Niederlanden

Picasso, Monet & Co. - Sieben Gemälde gestohlen

Rotterdam, 17.10.2012
Lucian Freud "Woman with Eyes Closed" (2002)

Lucian Freud "Woman with Eyes Closed" wude unter anderem auch gestohlen.

Sieben kostbare Gemälde von berühmten Malern wie Picasso und Monet wurden aus der Rotterdamer Kunsthalle gestohlen.

Nach dem spektakulären Kunstraub aus der Rotterdamer Kunsthalle werden Zweifel am Sicherheitssystem des Museums laut. In der Nacht zum Dienstag waren sieben kostbare Gemälde unter anderem Pablo Picasso, Henri Matisse, Claude Monet und Paul Gauguin im Wert von vielen Millionen Euro gestohlen worden.

Die Direktorin der Kunsthalle, Emily Ansenk, wies auf einer Pressekonferenz Kritik zurück. "In Absprache mit den Versicherungen hat man sich für technischen Schutz entschieden." Die Kunsthalle wird nachts nur durch Überwachungskameras und eine Alarmanlage gesichert. Sicherheitsexperten erklärten im niederländischen Fernsehen den Schutz für unzureichend.

 

Außerordentlich gut geplanter Diebstahl

Die Diebe waren zwischen drei und vier Uhr nachts an der Rückseite des Museums eingedrungen, teilte die Rotterdamer Polizei mit. Sie sprach von "einer gut geplanten Aktion". Nach Auslösen des Alarms war
die Polizei nach wenigen Minuten zur Stelle. Doch die Diebe waren mit der Beute bereits entkommen. Eine Sondereinheit von 20 Kriminalbeamten ermittelt.

Lösegeldforderung wahrscheinlich

Der Raub hat die Kunstwelt geschockt. "Das schlug in der Museenwelt wie eine Bombe ein", sagte die Direktorin der Kunsthalle. Das Haus werde aber am Mittwoch wieder geöffnet. "Wir lassen uns nicht unterkriegen." Nach Schätzungen von Kunstkennern haben die Gemälde einen Gesamtwert von 50 bis 100 Millionen Euro. Direktorin Ansenk wollte sich dazu nicht äußern. "Die Gemälde sind international registriert und kaum zu verkaufen." Das bestätigte auch der Direktor des Auktionshauses Christie's in Amsterdam, Jop Ubbens, der Nachrichtenagentur ANP. "Am wahrscheinlichsten ist, dass sie gestohlen wurden, um Lösegeld zu bekommen."

Die Gemälde gehörten zu der Triton Sammlung für moderne Kunst. Aus dieser niederländischen Privatsammlung zeigt die Kunsthalle derzeit rund 150 Werke. Die Jubiläumsausstellung zum 20-jährigen Bestehen des Museums war erst am 7. Oktober eröffnet worden. Bei den gestohlenen Werken handelt es sich um:

- Pablo Picasso: "Tête d’Arlequin" (1971)
 - Henri Matisse: "la Liseuse en Blanc et Jaune" (1919)
 - Claude Monet: ‘Waterloo Bridge, London" (1901)
 - Claude Monet: "Charing Cross Bridge, London" (1901)
 - Paul Gauguin: "Femme devant une fenêtre ouverte, dite la Fiancée" (1988)
 - Meyer de Haan: "Autoportrait"(circa 1889 – ’91)
 - Lucian Freud "Woman with Eyes Closed" (2002)

Mehtr dazu: So fahndet die Polizei Rotterdam nach den gestohlenen Gemälden

(dpa/aba)