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Radio Hamburg

Bericht Guttenbergs Doktorarbeit

"Vorsätzliche Täuschung"

Karl-Theodor zu Guttenberg, Pressebild

Karl-Theodor zu Guttenberg

Die Universität Bayreuth will aus der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit Konsequenzen ziehen.

Bayreuth - Der Fall Karl-Theodor zu Guttenberg, ein Ex-Verteidigungsminster und Ex-Doktortitelinhaber. Jetzt hat die Uni Bayreuth, dort hatte Guttenberg einst seine Doktorarbeit geschrieben, Konsequenzen aus der Plagiatsaffäre gezogen. Es sollen einheitliche Qualitätsmaßstäbe für Promotionsverfahren erarbeitet werden, sagt Uni-Präsident Prof. Rüdiger Bormann bei der Vorlage des Abschlussberichtes zu der Affäre.  Darin kommt die Kommission Selbstkontrolle in der Wissenschaft zu dem Schluss, dass Guttenberg die Prüfungskommission mit Absicht hinters Licht geführt hat. Der Chef der Kommission, Prof. Stephan Rixen spricht von einem Schnittmuster der Täuschung.

Bewusstes Fälschen

Guttenberg habe beim Abfassen seiner inzwischen aberkannten Doktorarbeit "die Sorgfaltswidrigkeit zum bewussten Arbeitsstil erhoben", sagte der Vorsitzende der Kommission "Selbstkontrolle in der Wissenschaft", Prof. Stephan Rixen, am Mittwoch bei der Vorlage des Abschlussberichts.
Die Kommission spricht von bewusstem Fälschen. Die Fälschungen durchzögen die Arbeit "als werkprägendes Arbeitsmuster". Rixen sagte, die Hochschule habe ihre Aufsichtspflicht grob vernachlässigt. Zuvor hatte Uni-Präsident Prof. Rüdiger Bormann angekündigt, als Konsequenz aus der Plagiatsaffäre einheitliche Qualitätsmaßstäbe für Promotionsverfahren zu erarbeiten. Dazu will sich die Hochschule externen Sachverstand holen. In ihrem Bericht kommt die Kommission "Selbstkontrolle in der Wissenschaft" zu dem Schluss, dass Guttenberg bei seiner Doktorarbeit die Standards guter wissenschaftlicher Praxis grob verletzt und die Prüfungskommission vorsätzlich getäuscht hat.

Die Hochschule hatte Guttenberg bereits am 23. Februar den Doktortitel aberkannt. Am 1. März legte Guttenberg sein Ministeramt nieder. In einer Stellungnahme zum Abschlussbericht räumte Guttenberg gravierende Fehler bei seiner Doktorarbeit ein. Die Arbeit sei ihm "teilweise über den Kopf gewachsen".

Unterdessen hat auch die Uni Konstanz durchgegriffen und der Tochter des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten, Veronica Saß, den Doktortitel aberkannt. Sie hat große Teile ihres Werkes bei einer Hamburger Juristin abgeschrieben.

Auszeichnung für Guttenberg Plagiat-Spürhunde

Das Internetprojekt "GuttenPlag Wiki" ist außerdem für den Grimme Online Award nominiert. In dem Wiki hatten mehr als 1.000 freiwillige Helfer in der Doktorarbeit von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg zahlreiche Plagiate entdeckt und kenntlich gemacht. Diese Leistung habe letztlich zum Rücktritt des Ministers geführt und eine gesellschaftliche Diskussion über Ethik, Moral und Verantwortung entfacht, begründete die Nominierungskommission am Mittwoch in Düsseldorf ihre Entscheidung.