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Radio Hamburg

Plädoyers im Kachelmann-Prozess

Haftstrafe gefordert

Jörg Kachelmann

Der Prozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann geht in die entscheidende Phase.

Eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten fordert die Staatsanwaltschaft.

Mannheim - Die Staatsanwaltschaft hält im Prozess gegen Jörg Kachelmann an ihrer Vermutung fest, der 52-Jährige habe seine ehemalige Geliebte mit einem Messer bedroht und anschließend vergewaltigt. Das geht aus dem Mittwoch (18.05.2011) gehaltenen Plädoyer des Staatsanwaltes Lars-Torben Oltrogge hervor. Das 38-Jährige Opfer habe zwar in einigen Punkten gelogen, das bedeute aber nicht, dass sie ansonsten die Unwahrheit gesagt habe, so Oltrogge. Zum Abschluss des Plädoyers forderten Oltrogge und seine Kollegen eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten für den ehemaligen Wettermoderator.

Der Anwalt belastete Kachelmann in seiner Darstellung mit weiteren Zitaten aus früheren Vernehmungen des Vergewaltigungsopfers. Demnach habe der ehemalige Wettermann seiner Ex-Freundin offenbart, einen "Frauenhass" zu haben und "verrückt zu sein, wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde". In der mutmaßlichen Tatnacht (8. Februar 2010) soll die 38-Jährige Kachelmann aufgefordert haben, zu gehen. Der habe im Laufe des Abends jedoch einen Blick bekommen, der "eiskalt, böse und starr" gewesen sei. Dann sei er in die Küche gegangen, habe ein Messer genommen, sie an den Haaren gepackt, ihr das Messer an den Hals gedrückt und gesagt: "Halt die Klappe oder du bist tot." Im Anschluss habe er sie auf das Bett geworfen und vergewaltigt. Die Frau gibt an, "Todesangst" bekommen und gebetet zu haben: "Lieber Gott, bitte lass mich das überleben."

Verteidigung sorgte für Unterbrechung

Am Vormittag noch hatte die Verteidigung einen Antrag gestellt, die Öffentlichkeit erneut auszuschließen. Dies wurde allerdings abgelehnt.

Mitten in der Ansprache von Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge war Kachelmanns Star-Anwalt Johann Schwenn aufgesprungen und hatte den Ausschluss gefordert. Ein Paukenschlag! Schwenn hatte sich lauthals beschwert über das Vorgehen der Staatsanwaltschaft. Sein Vorwurf: Staatsanwalt Oltrogge wolle Kachelmann bloßstellen. Auslöser dafür wiederum waren Zitate aus nicht-öffentlichen Sitzungen, die der Staatsanwalt allerdings vorher angekündigt hatte. Trotzdem reagierte Schwenn und sorgte so für die Unterbrechung.

Der Vorsitzende Richter Michael Seidling erinnerte später daran, dass sich die Beteiligten eindeutig darauf verständigt hätten, die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten und der Zeuginnen zu wahren. Schwenn nahm seinen Antrag zurück, nachdem die Staatsanwaltschaft zusicherte, auf Passagen hinzuweisen, die Persönlichkeitsrechte Kachelmanns berühren könnten.

Urteil für 31. Mai erwartet

An mittlerweile 41 Verhandlungstagen sind Beweise gesammelt und Gutachten seziert worden, nun geht es um die Interpretation. Mit Spannung wird weiterhin erwartet, welches Strafmaß die Staatsanwaltschaft beantragt. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall. Auf eine solche Tat stehen laut Gesetz 5 bis 15 Jahre Haft.

Der Vertreter der Nebenklage sollte im Anschluss an die Staatsanwälte sein Plädoyer halten. Die Verteidigung wird voraussichtlich am 24. Mai plädieren. Kachelmanns Anwälte wollen einen klaren Freispruch erreichen. Das Urteil wird dann für den 31. Mai erwartet.