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Radio Hamburg

Kritik an Wladimir Putin

Die Akte Pussy Riot: So läuft der ganze Fall

Moskau, 03.08.2012

Es ist ein weltweiter Skandal: Die Russische Punk-Rockband Pussy Riot aus Moskau steht wegen Kritik an Putin vor Gericht. Hier bekommen Sie eine Übersicht über den Fall.

Die Band Pussy Riot setzt sich aus mehreren feministisch engagierten Frauen aus Moskau zusammen und übt in Russland harsche Kritik an Wladimir Putin. Vor den russischen Präsidentschaftswahlen im März 2012 machte die Gruppe durch verschiedene politisch motivierte Aktionen auf sich aufmerksam. Mit Masken getarnt, kritisieren die Frauen meist an öffentlichen Plätzen die undemokratischen Missstände am Kaukasus - damit erlangen sie vor allem über Youtube weltweite Berühmtheit. Viele Menschen sind begeistert vom Engagement der Band, zumal die Kritik an Wladimir Putin in Russland nicht üblich und auch nicht geduldet ist.

"Punk-Gebet" führt zu Gerichtsverfahren

"Vertreibe Putin, vertreibe Putin", singen die Frauen am 21. Februar 2012 in einer russisch orthodoxen Kirche. Ohne Genehmigung eines Priesters ist die Gruppe auf die Kanzel gestiegen und hat ein ganzes "Punk-Gebet" gegen Wladimir Putin vorgetragen. Damit reagierten die Feministinnen auf einen, in ihren Augen deutlichen Aufruf der russisch-orthodoxen Kirche, Putin zu wählen. Drei der Frauen wurden in Folge des Auftritts festgenommen und in Moskau wegen "Rowdytum" angezeigt. Den Beteiligten droht bei Verurteilung eine Strafe von bis zu sieben Jahren Haft.

Weltweite Kritik an Inhaftierung

Das Gerichtsverfahren gegen die Band löste weltweite Empörung aus. Vor allem im Internet setzen sich viele Menschen für die Befreiung der Frauen ein. Besonders die kürzlich bekannt gewordenen schlechten Haftbedingungen der Feministinnen sorgen für Kritik. "Ich kann nicht am Prozess teilnehmen. Wir haben nicht geschlafen und kein Essen bekommen - das ist Folter", sagte eine der Angeklagten. Im Internet wird der Prozess sogar live übertragen – viele westliche Politiker fürchten einen Schauprozess als Abschreckung von Putin-Kritikern. Zum Prozessauftakt beteuern die Frauen ihre Unschuld und entschuldigen sich für die Verletzung religiöser Gefühle. Der Auftritt sei ein verzweifelter Versuch gewesen das politische System zu ändern.

Putin möchte eine "milde Strafe“

Überraschend äußerte sich Wladimir Putin bei seinem Besuch der olympischen Spiele in London zu dem Prozess: "Ich denke nicht, dass sie dafür zu hart verurteilt werden sollten", sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. Die Verteidigung hofft deshalb auf einen Wendepunkt im Prozess: "Das könnte mit Druck von außen zusammenhängen - oder von innen heraus kommen", sagte Verteidiger Nikolai Polosow. Ob Putin wirklich Mitleid mit Pussy Riot hat oder ob er sich nur weltoffen und demokratisch zeigen möchte, bleibt dabei offen.

Die Akte Pussy Riot erinnert stark an den Fall Michail Chodorkowski. Der ehemalige Ölmilliardär hatte sich immer wieder gegen Putin ausgesprochen und ist, wie viele mutmaßen, dafür verurteilt worden. Seit 2003 und bis voraussichtlich 2016 ist Chodorkowski inhaftiert – offiziell wegen Steuerhinterziehung und planmäßigen Betrugs.

(mst)