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Radio Hamburg

Tote Lea-Sophie aus Köln

Zweijährige vom Freund der Mutter erschlagen

Köln, 23.12.2012
Wohnhaus tote Lea-Sophie in Köln

In diesem Wohnhaus in Köln wohnten Lea-Sophies  Mutter und ihr mutmaßlicher Mörder, der Lebensgefährte der Mutter.

Lea-Sophie wurde nur zwei Jahre alt. Das Mädchen aus Köln-Chorweiler wurde in der Wohnung seiner Mutter umgebracht, vermutlich vom Freund der Mutter.

Auch in Hamburg sterben immer wieder Kleinkinder durch die Gewalt der Eltern oder der Lebenspartner eines Elternteils. Schlimmer noch, wenn Pflegeeltern ihre Schützlinge vernachlässigen.
Jessica, Lara-Mia oder Tim - Namen, die nicht vergessen werden und die Erinnerungen wach rufen. Lea-Sophie aus Köln ist nur zwei Jahre alt geworden.

Massive Kopfverletzungen auf brutale Weise zugefügt

In der Wohnung seiner Mutter ist in Köln die zwei Jahre alte Lea-Sophie umgebracht worden. Tatverdächtig ist der 23 Jahre alte Lebensgefährte der 20-Jährigen. Er soll der kleinen Lea-Sophie am vergangenen Dienstag "aus nichtigem Anlass auf brutale Weise massive Kopfverletzungen zugefügt" haben, wie die Staatsanwaltschaft Köln mitteilte. Das Kind sei nach bisherigem Kenntnisstand allerdings erst einen oder zwei Tage danach infolge der Verletzungen gestorben.

Haftbefehl wegen Mordes erlassen

Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Mordes gegen den 23-Jährigen. Auch die Mutter kam in Haft - wegen Totschlags durch unterlassene Hilfeleistung. "Ihr wird vorgeworfen, keine Anstalten gemacht zu haben, das Kind zu retten und dessen Tod zumindest billigend in Kauf genommen zu haben", sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Beide hätten die Tatumstände eingeräumt.
Schauplatz der Tat ist Köln-Chorweiler, ein Stadtteil mit vielen Wohnblocks im Norden der Millionenstadt. Am frühen Freitagnachmittag hatte die Mutter ihr Kind als vermisst gemeldet. Sie gab an, es um 12:30 Uhr zuletzt auf einem Spielplatz in einem Park gesehen zu haben. Nach der Vermisstenmeldung startete eine umfangreiche Suchaktion.

Eine Polizeihundertschaft durchkämmte stundenlang die Parkanlage und die nähere Umgebung. Spürhunde waren im Einsatz, Anwohner wurden befragt. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera sowie Feuerwehrleute mit Wärmebild-Spezialgeräten suchten ebenfalls nach dem Kind. Um 22:30 Uhr wurde die Leiche dann entdeckt - rund zwei Kilometer vom Spielplatz entfernt auf einer Grünfläche mit Büschen in der Nähe des Fühlinger Sees, einem beliebten Naherholungsgebiet. Der 23-Jährige ist nicht der Vater des Kindes. Er habe in der Wohnung der 20-Jährigen und ihrer Tochter gelebt, sagte ein Polizeisprecher. Der Mann und die Mutter waren noch in der Nacht festgenommen und vernommen worden. Nach dem Tod von Lea-Sophie soll einer oder beide die Leiche mit einem auffälligen, orangefarbenen Einkaufstrolley zum späteren Fundort transportiert haben. Die Polizei sucht dafür nun Zeugen.

Reporter decken den Mord an Lea-Sophie auf

Bei der Vermisstenmeldung hatte die Mutter angegeben, dass Lea-Sophie bei ihrem Verschwinden lila Stiefel trug. Noch am Freitagabend entdeckten zwei Reporter der Zeitung "Express" nach eigenen Angaben in einer Mülltonne vor dem Wohnhaus der Familie einen blauen Müllsack mit einem blutverschmierten Stoffhasen, Kinderkleidung und lilafarbenen Stiefeln darin. Sie übergaben den Fund der Polizei. Ein Polizeisprecher bestätigte lediglich einen Fund, machte aber keine weiteren Angaben.

(dpa/aba)

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