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Radio Hamburg

Russland

Anschlag auf Putin vereitelt?

Wladimir Putin

Geheimdienste aus der Ukraine und Russland haben angeblich ein Sprengstoffattentat auf den Präsidentschaftskandidaten Wladimir Putin vereitelt.

Kurz vor der russischen Präsidentenwahl hat das Staatsfernsehen über ein angeblich vereiteltes Attentat auf Kandidat Wladimir Putin berichtet.

Moskau - Geheimdienste aus der Ukraine und Russland haben nach einem Bericht des Moskauer Staatsfernsehens ein Sprengstoffattentat auf den Präsidentschaftskandidaten Wladimir Putin vereitelt. Wie der vom Kreml kontrollierte Erste Kanal am Montag berichtete, wollten drei Russen im Auftrag des tschetschenischen Terroristenführers Doku Umarow Regierungschef Putin nach der Präsidentenwahl am 4. März in Moskau töten. Eine Sprecherin des ukrainischen Geheimdienstes SBU bestätigte, dass die Verdächtigen in der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer gefasst worden seien.

Viele Unklarheiten

Unklar war, warum das Staatsfernsehen einen eigenen Bericht aus Odessa mit Aufnahmen von der Festnahme und Videogeständnissen der Verdächtigen im Programm hatte, aber zunächst über Stunden keine Behörde die Information bestätigen konnte. Auch Putins Sprecher Dmitri Peskow bestätigte der Agentur Itar-Tass zunächst nur die Information. "Aber ich kommentiere sie noch nicht", sagte Peskow.

Videoaussagen veröffentlicht

Die Agentur Interfax meldete unter Berufung auf SBU, dass die Ermittlungen auf die Festnahme eines 31-Jährigen sowie zwei seiner Komplizen Anfang Februar zurückgingen. Die drei Russen seien unter Terrorverdacht festgenommen worden. Das Staatsfernsehen veröffentlichte Videoaussagen der Verdächtigen, die vor der Kamera zugaben, auf Putin einen Sprengstoffanschlag in Moskau geplant zu haben. Den Angaben zufolge handelten die Männer im Auftrag des Terrorchefs Umarow. Sie seien aus den Arabischen Emiraten über die Türkei in die Ukraine eingereist.

Auf dem Notebook des aus Tschetschenien stammenden Verdächtigen Adam Osmajew seien Anschlagspläne sowie Aufnahmen von Putins Regierungslimousine gefunden worden. Osmajew wird in dem Video mit Verletzungen gezeigt. Er erzählt davon, dass er selbst nur für die Planung zuständig gewesen sei. Der Selbstmordattentäter sei bei einer Explosion im Januar in der Ukraine ums Leben gekommen.

Zahlreiche Zweifel

Die Ermittlungen dauerten an, hieß es in dem Bericht des Staatsfernsehens. Im Radiosender Echo Moskwy äußerten Hörer spontane Zweifel an der Geheimdienstgeschichte, die viele Fragen aufwerfe. Es entstehe der Verdacht, dass die Information gezielt vor der Wahl in die Welt gesetzt werde, um Putins Zustimmungswerte zu erhöhen, hieß es in dem Sender. Der Ex-Geheimdienstchef Putin will am 4. März nach 2000 und 2004 erneut zum Präsidenten gewählt werden.

 

(dpa)