Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Drogenbericht Deutschland

Mehr Abhängige und weniger Drogentote

RHH - Expired Image

Der Drogenbericht 2011 konstatiert mehr Abhängige, weniger Drogentote und eine gefährliche Verharmlosung von Cannabis/Mariuhana (Foto).

Die Zahl der Drogentoten ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1988 gesunken.

Berlin, 26.03.2012

Todesursache waren vor allem die Folgen von Heroinmissbrauch. Doch die Zahl der Konsumenten anderer Drogen ist im Vergleich dazu stark angestiegen. Das teilten die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und der Präsident des
Bundeskriminalamtes am Montag in Berlin mit. Insgesamt 986 Menschen starben 2011 in Deutschland an ihrer Drogensucht. Das entsprach binnen Jahresfrist einem Rückgang um 20 Prozent, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), am Montag in Berlin bekanntgab.

"Trend des kontinuierlichen Rückgangs"

Das ist der niedrigste Stand seit 1988", sagte sie. Der deutliche Rückgang sei über alle Altersgruppen hinweg festzustellen, mit minus 79 Prozent seit 2002 aber besonders auffällig bei den unter 20-Jährigen. Dyckmans sprach von einem "Trend des kontinuierlichen Rückgangs". Sie sieht darin einen Erfolg der bestehenden Hilfs- und Beratungsangebote. Die Konsumenten - meist sind sie männlich und heroinabhängig - sterben immer später: Das Durchschnittsalter stieg zwischen 2002 und 2011 von 32 auf 37 Jahre. Dennoch gelte: "Jeder Mensch, der aufgrund von Drogenkonsum zu früh stirbt, ist einer zu viel", sagte Dyckmans.

Warnung vor Verharmlosung von Cannabis

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, wies auf die 21.315 Konsumenten harter Drogen hin, die der Polizei 2011 erstmals auffielen. Dies sei ein Anstieg von fast 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und eine Zunahme im achten Jahr hintereinander. Besonders stark war der Anstieg bei erstauffälligen Konsumenten von Amphetamin und Methamphetamin mit knapp 20 Prozent auf rund 14.400 Personen. Ziercke wie Dyckmans warnten vor dem Konsum von Cannabis und der Verharmlosung dieses Rauschgift. Cannabis gelt zu Unrecht als "weiche Droge", da es in deutlich höheren Konzentrationen als früher am Markt sei. 

Die Polizei hat 2011 nach den Worten von Ziercke 98 Cannabis-Plantagen im Freien und 3.19 Plantagen in Gebäuden ausgehoben, ebenso 19 (2010: 16) illegale Rauschgiftlabore zur Herstellung synthetischer Drogen. Die Entwicklung sei "sehr ernst" zu nehmen. Beschlagnahmt wurden knapp zwei Tonnen Kokain (minus 36 Prozent), etwa zehn Zentner Heroin (plus 5 Prozent), gut 1,7 Tonnen Cannabis (minus 18,5 Prozent) und knapp 4 Tonnen Marihuana (minus 19 Prozent). Von den synthetischen Drogen Amphetamin und Methamphetamin wurden knapp 1,5 Tonnen und damit 17 Prozent mehr als 2010 sichergestellt. Bei der Partydroge Ecstasy gab es einen Zuwachs um 9,3 Prozent auf 1.322 Fallzahlen.

Gefährlicher Trend: "Legal Highs"

 Zierke zeigte sich besorgt über den zunehmenden Konsum von Drogen, die aus Kräutern, Badesalzen oder Lufterfrischern zusammengemischt werden, den sogenannten "Legal High". Diese kämen zwar harmlos daher, enthielten aber "Betäubungsmittel oder ähnliche wirkende chemische Inhaltsstoffe mit psychoaktiven Suabstanzen, die zum Teil dramatische und unkalkulierbare Gesundheitsgefahren bergen". 2011 gingen immerhin drei Tote auf deren Konto.

(dpa)