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Radio Hamburg

US-Soldat Bradley Manning

Wikileaks-Informant verurteilt

Fort Meade, 21.08.2013
Gericht, Hammer, Urteil, Landgericht, Täter, Opfer, Prozess, Jurist

Der US-Soldat Bradley Manning muss für die Weitergabe vertraulicher Dokumente an Wikileaks dreieinhalb Jahrzehnte hinter Gitter.

Der US-Soldat Bradley Manning ist für die Weitergabe geheimer Kriegsdokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Zudem wurde der 25-Jährige unehrenhaft aus der Armee entlassen und rückwirkend degradiert, wie das US-Militärgericht am Mittwoch in Fort Meade bei Washington bekanntgab. Auch seine Pensionsansprüche verliert er. Bei guter Führung kann Manning im besten Fall nach weniger als zehn Jahren freikommen.

Schlechte Behandlung bei Untersuchungshaft

Er hatte als Geheimdienst-Analyst beim US-Heer im Irak Hunderttausende vertrauliche Dokumente an Wikileaks gegeben. Richterin Denise Lind hatte Manning Ende Juli unter anderem wegen Geheimnisverrats, Spionage, Computerbetrugs und Diebstahls für
schuldig befunden. In schwerwiegendsten Punkt "Unterstützung des Feindes" sprach sie ihn dagegen frei. Dreieinhalb Jahre werden von der nun verhängten Strafe abgezogen, weil Manning seit Mai 2010 in Haft sitzt und Lind ihm 112 Tage wegen schlechter Behandlung während dieser Zeit erlassen hatte. Die Bürgerrechtsorganisation Amnesty International forderte US-Präsident Barack Obama auf, Manning sofort auf freien Fuß zu setzen. Statt den jungen Mann "für Jahrzehnte einzubuchten, sollte die US-Regierung ihre Aufmerksamkeit darauf richten, die ernsthaften Menschenrechtsverstöße ihrer Beamten im Namen des Anti-Terror-Kampfes zu untersuchen und juristisch zu ahnden", sagte Direktor Widney Brown in einer Mitteilung.

Kritische Stimmen

Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte das Strafmaß als unverhältnismäßig hart. "Das Urteil gegen Bradley Manning ist ein weiterer Beleg, dass die USA endlich ein Gesetz zum Informantenschutz brauchen", sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. "Wenn Präsident Barack Obama seinen Feldzug gegen Whistleblower nicht schnell beendet, werden Journalisten in den USA bald immer weniger in der Lage sein, Fehlverhalten von Regierung und Behörden aufzudecken." Der Reporter Glenn Greenwald, journalistisches Sprachrohr des Whistleblowers Edward Snowden, schrieb via Twitter, die USA würden fortan nicht mehr in der Lage sein, der Welt den Werte von Transparenz und Pressefreiheit zu predigen, ohne ein weltweites Gelächter zu befördern. Das Strafmaß wird nach Militärrecht automatisch einem Berufungsgericht zur Prüfung vorgelegt. Zudem kann die Verteidigung das Urteil durch mehrere Instanzen bis zum Obersten Gerichtshof anfechten.

Nur zehn Jahre bei guter Führung

Sollte es bei dem Strafmaß bleiben, kann Manning laut Experten bei guter Führung im besten Fall bereits in weniger als zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden. Damit wäre die Strafe deutlich geringer als von der Anklage gefordert. Der 25-Jährige hatte sich in der vergangenen Woche für seine Taten vor Gericht entschuldigt.

 

(dpa/ kru)

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