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Radio Hamburg

Zum dritten Mal

Diskus-Ass Robert Harting holt die Goldmedaille

Moskau, 13.08.2013
Robert Harting, Diskuswerfen, Leichtatlethik-WM, Moskau, 2013

Robert Harting holte sich zum dritten Mal die Goldmedaille im Diskus werfen.

Diskus-Ausnahmewerfer Robert Harting feierte am Dienstag (13.8.) bei den Weltmeisterschaften in Moskau seinen dritten Triumph in Serie.

"Im Kopf hatte ich die ganze Zeit, dass ich es noch wuppen würde", sagte der 28-jährige Berliner, der während des Titelkampfes von massiven Rückenproblemen geplagt war, im ZDF. Dennoch hatte er noch genug Kraft, erst sein Trikot zu zerfetzen
 und dann seine in Tränen aufgelöste Freundin Julia Fischer zu küssen.

Hartings 4. Versuch: 69,11 Meter trotz massiver Rückenprobleme

Olympiasieger Harting schleuderte die Scheibe im zweiten Versuch schon auf gute 68,13 Meter, obwohl er von massiven Rückenproblemen geplagt war. Doch Harting biss die Zähne zusammen und setzte noch einen drauf: Im vierten Versuch landete der Diskus bei 69,11 Meter - zu weit für seinen ewigen Rivalen Piotr Malachowski (Polen), der über 68,36 Meter nicht hinauskam. "Es tut manchmal weh, da brauchen wir uns nichts vormachen, dass ist Hochleistungssport", meinte er. "Wenn das Adrenalin da ist, dann muss man. Ich hätte aber auch gut und gerne Zweiter werden können."

Magdeburger Wierig mit 65,02 Metern auf Platz 4

Erleichtert war auch sein Trainer Werner Goldmann. "Es war ein toller Wettkampf mit einem guten, glücklichen Ende", kommentierte er den Ausgang, mit dem er nach dem Handicap im Rücken nicht gerechnet hatte: "Eigentlich nicht, das hat er super gelöst, großartig." Dritter wurde Gerd Kanter (Estland) mit 65,19 Meter. Dem Magdeburger Martin Wierig fehlten nur 17 Zentimeter zur Bronzemedaille. Mit 65,02 Meter wurde der Olympia-Sechste Vierter und feierte seinen bisher größten internationalen Erfolg. "Der vierte Platz ist in Ordnung. Eine Medaille war aber möglich", sagte Wierig.

Siebenkämpferin Claudia Rath verpasst Bronze nur knapp

Auch die Siebenkämpferin Claudia Rath verpasste den Gewinn der Bronzemedaille nur um 15 Zähler. Mit 6462 Punkten wurde die Frankfurterin Vierte hinter der neuen Weltmeisterin Ganna Melnitschenko (Ukraine/6586) und Brianne Thesen-Eaton (Kanada/6530). Ihr Ehemann Ashton Eaton war zuvor Zehnkampf-Weltmeister geworden. Ein "kleines weinendes Auge" habe sie, aber eigentlich sei sie zufrieden, sagte Rath im ZDF.

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe holt Gold

Harting hatte bereits 2009 in Berlin und 2011 in Daegu/Südkorea Gold geholt. Mehr Diskus-Titel als er hat nur der Chemnitzer Lars Riedel errungen, der zwischen 1991 und 2001 gleich fünfmal Weltmeister war. Bei der 14. WM gewann nun zum neunten Mal ein deutscher Werfer. 1987 in Rom hatte der Schweriner Jürgen Schult gesiegt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) steuert damit in der russischen Metropole auf ein ähnlich starkes Gesamtergebnis wie schon bei der WM 2011 in Daegu/Südkorea (3 Gold/3 Silber/1 Bronze) und den Olympischen Spielen 2012 in London (1/4/3) zu. Vor Harting hatten bereits die Hochspringer Raphael Holzdeppe und Björn Otto Gold und Bronze sowie Christina Schwanitz im Kugelstoßen und Zehnkämpfer Michael Schrader jeweils Silber gewonnen.

5.000 Meter: Arne Gabius durch Unglück im Vorlauf raus

Pech hatte über 5000 Meter der deutsche Meister Arne Gabius im Vorlauf. Der 32-Jährige kam durch einen Sturz von einem vor ihm laufenden Athleten aus dem Tritt und verlor den Anschluss an die Spitze. In 13:34,26 Minuten wurde er am Ende Zwölfter. "Ich habe mich einfach nur geärgert. Ich hatte keine Chance mehr", sagte der Tübinger. "In dem Moment, in dem beschleunigt wurde, ist der Kenianer gestürzt." Er musste dem am Boden liegenden Läufer ausweichen. "Das Tempo war komplett raus. Ich war perplex", berichtete der Vizeeuropameister.

20 Kilometer Gehen: Siegerin stoppte zweimal zu früh

Das traf auch auf die neue Weltmeisterin im 20 Kilometer Gehen zu, denn Jelena Laschmanowa (Russland) dachte gleich zweimal, dass das Rennen schon vorbei sei. Die 21-Jährige stoppte im Luschniki-Stadion einmal 400 und einmal 200 Meter vor dem Ziel ab und musste beide Mal durch lautes Rufen der Zuschauer und der Kampfrichter darauf aufmerksam gemacht werden, noch weiter zu gehen. Trotzdem gewann die Weltrekordhalterin und Olympiasiegerin in 1:27:08 Stunden vor Anissja
 Kirdjapkina (Russland/1:27:11) und der Chinesin Hong Liu (1:28:10).

 

(dpa/mgä)

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