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Radio Hamburg

Kölner Dom

Hamburger Femen-Aktivistin springt halbnackt auf Altar

Köln/Hamburg, 27.12.2013
RHH - Expired Image

Hamburger Femen-Aktivistin Josephine Witt beim nackten Protest im Kölner Dom.

Die Frauenrechtlerin Josephine Witt sprang zum Protest während eines Weihnachtsgottesdienstes im Kölner Dom halbnackt auf den Altar.

Die Hamburger Femen-Aktivistin Josephine Witt sorgt ein halbes Jahr nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis in Tunesien wieder für Schlagzeilen. Am ersten Weihnachtstag hat die Bergedorferin eine Messe des katholischen Erzbischofs Kardinal Meisner gesprengt, als sie aus der ersten Reihe nach vorne stürmte und halbnackt auf den Altar des Kölner Doms gesprungen ist.

Protest gegen die katholische Kirche

Die Frau, die bereits früher an ähnlichen Aktionen wie gegen Kreml-Chef Wladimir Putin in Hannover beteiligt gewesen war, hatte sich die Worte "I am God" (2Ich bin Gott") auf den Oberkörper gemalt. Vor den Augen Meisners wurde sie von den Sicherheitskräften im Dom abgeführt. Bis zum Beginn des feierlichen Hochamtes saß die Frau nach Polizeiangaben mit einem Ledermantel und Kopftuch bekleidet in der ersten Reihe. Es sollte ein Protest sein gegen die katholische Kirche und deren Machtstrukturen, begründete die Femen-Aktivistin Josephine Witt ihre Aktion.

Anzeige wegen Störung der Religionsausübung

Die Polizei setzte die Frau bis zum Ende des Gottesdienstes fest und erstattete Anzeige wegen Störung der Religionsausübung und Hausfriedensbruchs. Die aus Hamburg kommende Witt erklärte, von den Sicherheitskräften und einem Kirchgänger geschlagen worden zu sein. Mit der Aktion wolle Femen International gegen das Machtmonopol und die Ausgrenzung bestimmter Gruppen durch die katholischen Kirche protestieren, sagte Witt. "Gerade Köln gilt als Hochburg der Katholiken in Deutschland und Meisner steht für eine sehr konservative Ausrichtung."

Lest auch: ZDF-Talkshow: Nackter WM-Protest bei "Markus Lanz"

Die Fußball-WM 2022 wird in Katar stattfinden. Dafür müssen neue Stadien gebaut werden. Die Arbeitsbedingungen so ...

Beteiligt war die Frauenrechtlerin auch an einer Aktion gegen den russischen Präsidenten Putin auf der Hannover Messe im April dieses Jahres gewesen. Dessen Leibwächter hatten die Aktivistinnen damals bei einem Messerundgang gestoppt. Nach einem Protest für die Freilassung einer inhaftierten Aktivistin in Tunesien saß Witt dort 29 Tage in einem Gefängnis. Bei einer Talkshow von Markus Lanz Anfang Dezember protestierte sie gemeinsam mit einer Femen-Aktivistin gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Katar, wo 2022 die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Das Bistum wollte den Protest der Frauenrechtlerin im Kölner Dom nicht überbewerten. Es sei eine "indiskutable Aktion" gewesen, um die man aber "kein übergroßes Bohei" machen wolle, sagte Weihbischof Dominikus Schwaderlapp dem "Kölner Stadtanzeiger". Er lobte die gelassene Reaktion des Erzbischofs, der sich nicht aus der Ruhe habe bringen lassen.

Kritik an Aktion

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, verurteilte das Femen-Vorgehen: "Es gibt kein Argument, das eine solche Aktion rechtfertigt", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag). "Das sind Provokationen, die letztlich nur darauf abzielen, andere Menschen zu verletzen." Kritik kam auch vom religionspolitischen Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck: "Die Femen-Aktion im Kölner Dom war respektlos und eine unnötige Störung der Gläubigen beim Gottesdienst", erklärte er in Berlin. Vor den Toren des Doms hätte es genügend Möglichkeiten gegeben, seine Kritik zu äußern. (dpa/apr)

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