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Radio Hamburg

Mega oder gaga?

Kim Dotcom alias Kim Schmitz startet wieder durch

Hamburg, 24.01.2013
Kim Dotcom auf Twitter

Kim Dotcom macht Werbung auf "Twitter" für seinen neuen Internetdienst "Mega".

Kim Dotcom Stehaufmännchen, nichts scheint ihn unterzukriegen. Erst Hacker, dann Berater, dann auf dem Weg zu Milliardär und plötzlich Klagen am Hals. Und jetzt kommt "Mega".

Bekannt wurde er unter dem schnöden Namen Kim Schmitz und mit seiner ausladenden Statur und Figur, 1974 in Kiel geboren und nach eigener Aussage schon immer zu Höherem berufen. Kim Dotcom: Hacker, Visionär, Berater, Träumer, Investor, Angeklagter, Abzocker, Familienvater - eine unglaubliche Karriere und Biografie.

Chamäleon Kim "Dotcom" Schmitz

Im aktuellen "Spiegel" (21.01.2013) erzählt er, dass er schon als Kind Millionär werden wollte und fügt hinzu: "Aber nur, weil ich das Wort Milliardär nicht kannte."

Immer wieder steigen seine Firmen in schwindelerregende finanzielle Höhen, immer wieder, wie auch mit seiner letzten Firma "Megaupload" stürzen sie wieder ganz tief. Ob Copyright-Verletzungen, Internet-Piraterie oder Betrug - die Bandbreite der Anklage ist lang, aber trotzdem fällt er immer wieder auf die Füße, scheffelt Millionen, lebt momentan auf einem 25-Millionen-Dollar-Anwesen in Neuseeland und baut sein neues Baby auf - es heißt "Mega".

Und die neue Daten-Plattform hat am 20. Januar innerhalb weniger Stunden mehr als eine halbe Million Nutzer angezogen. Die Server des Dienstes mit dem Namen "Mega" sind fast zusammengebrochen, twittert Dotcom aus Neuseeland. Und das Datum für den Launch von "Mega" ist gut gewählt. Vor genau einem Jahr hatten die Behörden seine Vorgänger-Plattform "Megaupload" dichtgemacht, weil dort illegal kopierte Filme und Musik hochgeladen worden sein sollen.

Die USA fordern die Auslieferung des aus Deutschland stammenden Dotcom.

 

Kim Dotcoms Anwesen in Neuseeland (Foro: Kim Dotcom on Twitter)

Was ist "Mega"?

Nutzer können ihre Dateien bei "Mega" vor dem Hochladen mit "militärischer" Sicherheit verschlüsseln, sagt Dotcom. Außer dem Nutzer könne niemand sehen, was hochgeladen wird, auch Behörden und "Mega"-Mitarbeiter nicht. Dotcom hofft dadurch, dass er aus der Haftung genommen wird und ihm oder seiner Firma nicht mehr Internet-Piraterie vorgeworfen werden kann. Der Nutzer kann allerdings Freunden und Bekannten Zugang verschaffen. Die Server stehen in mehreren Ländern, aber nicht in den USA - wie damals die Megaupload-Server. Die Verschlüsselung schützt nicht nur die Daten der Nutzer vor fremden Augen, sondern letztlich auch "Mega" vor Verantwortung für die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen. Dotcom betont aber, darum gehe es nicht: "Die Verschlüsselung ist nicht ein Mäntelchen, hinter dem wir uns verstecken, um legal zu sein." Ihm liege der Schutz der Privatsphäre am Herzen.

Schwer zu glauben, wurde das doch beim Vorgänger "Megaupload" eher vernachlässigt.

"Mega" bietet nach Angaben von Dotcoms Mitarbeiter Finn Batato 50 Gigabyte Speicherplatz kostenlos. Eifrige Nutzer könnten ein Abo für 9,99 Euro im Monat oder bis zu vier Terabyte Speicher für rund 30 Euro kaufen. Wieviel in das neue Projekt investiert wurde, verrät Batato nicht. "Wir tolerieren keine Piraterie", sagte auch Batato. "Es gibt strikte Auflagen und wir werden alle Gesetze einhalten."

Der Unterschied zu "Megaupload"

Bei "Megaupload" konnte man alle Arten von Dateien hochladen und über einen Internet-Link ohne Verschlüsselung allen zugänglich machen. Laut der US-Anklage gegen Dotcom und mehrere seiner Mitstreiter wurden so auch Zugänge zu illegal kopierten Filmen und Musik verteilt - zum Beispiel auch über die dichtgemachte Plattform "kino.to" in Deutschland. Inhabern von Urheberrechten sei so ein Schaden von rund 500 Millionen Dollar entstanden. "Megaupload" habe daran mehr als 175 Millionen Dollar verdient.

Die Plattform war eines der populärsten Internetangebote weltweit und hatte zu Spitzenzeiten 50 Millionen Nutzer am Tag. Die USA wollen Dotcom den Prozess machen und verlangen die Auslieferung. Die Neuseeländer durchsuchten Dotcoms Anwesen vor einem Jahr bei einer spektakulären Razzia. Er steht jetzt unter Hausarrest. Das Auslieferungsverfahren geht im August weiter. Die US-Ermittler zitierten in der Megaupload-Anklage viele E-Mails und Chat-Protokolle, die den Eindruck vermitteln, dass Dotcom und seine Vertrauten wussten, dass bei "Megaupload" illegal kopierte Dateien hochgeladen wurden, und dies auch gefördert haben.

Der private Kim

Sein geschäftliches Ziel ist klar: er will ein "Kimpire" aufbauen und man könnte meinen, die Maus "Brain" aus dem Comic "Pinky und der Brain" rufen zu hören: "Ich werde die Weltherrschaft an mich reißen!"

Privat ist Dotcom eher zurückhaltend. Klar müssen es Luxusreisen und große Geschenke für seine Lieben sein, aber Frau und Kinder zerrt er nicht in die Öffentlichkeit. Er ist zum zweiten Mal verheiratet und hat mit Mona, seiner zweiten Frau, vier Kinder, die ganz nach seinem Mega-Ego alle mit "K" beginnen: Keera, Kimmo, Kobi, Kylee. Tochter Kaylo ist fünf Jahre alt und stammt aus seiner ersten Ehe.

Eins ist definitiv sicher: von Kim Schmitz alias Kim Dotcom werden wir in nächster Zeit noch viel hören. Leise kann Kim nicht.

(aba/dpa)

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