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Radio Hamburg

Nationalitätenwechsel

Gérard Depardieu wird jetzt Russe

Moskau, 04.01.2013
Gérard Depardieu, Asterix und Obelix

In einem Brief an das russische Staatsfernsehen soll Depardieu seinen Nationalitätenwechsel bestätigt haben.

Aus Liebe zu Russland und Kremlchef Wladimir Putin will der französische Schauspieler Gérard Depardieu angeblich die Nationalität wechseln.

"Ja, ich habe diese Anfrage auf einen Pass gestellt und ich bin erfreut, dass meiner Bitte stattgegeben wurde", zitierte der russiche Staatsfernsehsender "Erster Kanal" in der Nacht zum Freitag aus einem Brief, den Depardieu geschrieben haben soll.

Putin verleiht die russiche Staatsbürgerschaft

Putin hatte Depardieu am Vortag mit einem Ukas (Ein Erlass des Präsidenten mit Gesetzeskraft) die russische Staatsbürgerschaft verliehen. "Ich habe darüber sogar mit meinem Präsidenten, François Hollande, gesprochen. Ich habe ihm all dies gesagt. Er weiß, dass ich Ihren Präsidenten Wladimir Putin sehr schätze und dass dies gegenseitig ist", hieß es in dem Text. Russland sei kein Land, in dem der Regierungschef einen Bürger "erbärmlich" nenne.

Premier Ayrault: Depardieus Plan "ziemlich erbärmlich"

Der französische Premier Jean-Marc Ayrault hatte Depardieus Plan, aus Protest gegen eine geplante Reichensteuer von 75 Prozent auf Einkommen von mehr als einer Million Euro im Jahr auszuwandern, als "ziemlich erbärmlich" kritisiert. In Russland gilt allgemein ein Steuersatz von 13 Prozent.

Depardieu in Russland beliebt

Depardieu ist in Russland äußerst beliebt, wo er regelmäßig Filme dreht, Galas besucht und als Werbefigur gefragt ist. Putin bezeichnete ihn unlängst als "Freund". Hingegen kritisieren Menschenrechtler die Auftritte des Schauspielers etwa zu Ehren des umstrittenen Machthabers der Konfliktregion Tschetschenien im Nordkaukasus, Ramsan Kadyrow.

"Das ist Teil meiner Kultur"

In seinem angeblichen Schreiben verspricht Depardieu nun, Russisch zu lernen. "Mein Vater war Kommunist und hat Radio Moskau gehört. Das ist ein Teil meiner Kultur", heißt es dort. Der Brief "an die russischen Journalisten" endet mit dem auch bei Nationalisten beliebten Ruf "Ehre sei Russland".

(pne/dpa)