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Radio Hamburg

Notwehr oder Rassismus?

Angeklagter in Florida freigesprochen

Sanford, 14.07.2013
Trayvon Martin, Florida, Angeklagter George Zimmermann, Freispruch, Hoodie

Zahlreiche Unterstützer von Trayvon Martin versammelten sich vor dem Gericht.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin in Florida ist der Angeklagte George Zimmerman freigesprochen worden.

Geschworene befinden Todesschützen in allen Anklagepunkten für nicht schuldig

Der Todesschütze des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin im US-Staat Florida ist freigesprochen worden. Die Geschworenen in dem Prozess in Sanford befanden den Angeklagten George Zimmerman in allen Punkten der Anklage am späten Samstagabend (13.7.) für nicht schuldig. Im Falle einer Verurteilung hätte ihm lebenslange Haft gedroht.

Angeklagter zeigte kaum Reaktion auf Freispruch

"Herr Zimmerman, ich habe das Urteil unterschrieben, das die Entscheidung der Jury bestätigt. Ihre Kaution wird aufgehoben. Ihre GPS-Überwachung wird abgeschaltet, wenn Sie den Gerichtssaal hier verlassen. Sie haben nichts weiter zu tun mit dem Gericht", sagte die Richterin Deborah Nelson. Der 29 Jahre alte Zimmerman zeigte kaum Reaktionen auf das Urteil.

 

Zimmermann erschoss Jugendlichen auf Bürgerwehr-Patrouille

Die Tötung des mit einer Kapuzenjacke gekleideten Teenagers hatte in den USA und auch international für Schlagzeilen gesorgt. Große TV-Sender berichteten tagelang live aus dem Gerichtssaal. Immer wieder war in Medien von möglicherweise rassistischen Motiven die Rede: Zimmerman ist ein Latino und hatte den 17-jährigen Teenager im Februar 2012 erschossen, als er für eine Bürgerwehr auf Patrouille war. Zimmerman und seine Verteidiger beriefen sich auf Notwehr.

Angst vor gewaltsamen Ausschreitungen: Angeklagter trug kugelsichere Weste

Die Verteidigung zeigte sich nach dem Freispruch erleichtert. "Ich bin sehr, sehr glücklich mit dem Ergebnis", sagte Verteidiger Mark O'Mara nach dem Urteil. Der Freispruch sei ein großartiger Moment gewesen. Aus Sorge vor möglichen gewaltsamen Ausschreitungen nach einem Urteil hatten mehrere Organisationen bereits im Vorfeld zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Zimmerman hatte einem Bericht der "New York Times" zufolge die Öffentlichkeit gemieden und außerhalb des Gerichtssaals eine kugelsichere Weste getragen.

Tathergang unklar und umstritten

Zimmerman sagte im Prozess aus, dass Trayvon Martin ihn angegriffen habe. Er habe um sein Leben gefürchtet. In Florida ist unter solchen Umständen tödlicher Schusswaffengebrauch auch außerhalb der eigenen vier Wände erlaubt. Zimmerman hatte dem Polizeinotruf gemeldet, dass er einem verdächtigen Jugendlichen folge. Obwohl sie ihn aufforderten, die Verfolgung einzustellen, blieb Zimmerman Martin auf den Fersen. Wer schließlich wen konfrontierte, bleibt genauso unklar und umstritten wie die Frage, ob Zimmerman Martin nur aufgrund seiner Hautfarbe folgte.

Der Präsident der afroamerikanischen Organisation NAACP, Benjamin Todd Jealous sagte:"Wir sind empöert und untröstlich über das heutige Urteil. Wir stehen an der Seite von Trayvon Martins Familie und wir sind dazu aufgerufen, zu handeln." In den USA werden heftige Proteste gegen das Urteil erwartet.

 

(dpa/mgä)