Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Femen-Protest in Tunesien

Hamburgerin zu vier Monaten Haft verurteilt

Tunis, 13.06.2013
Hamburger Femen-Aktivistin, Tunesien

Femen-Aktivistinnen hatten barbusig in Tunesien protestiert.

Eine Hamburger Studentin ist nach einem Femen-Protest in Tunesien zu vier Monaten Haft verurteilt worden. Ihre Mitstreiterinnen wollen weitermachen.

Tunesisches Gericht beurteilt Zeigen von Brüsten als Straftat

Eine Protestaktion mit nackten Brüsten hat für eine junge Hamburger Studentin äußerst unangenehme Folgen. Ein tunesisches Gericht verurteilte die Aktivistin der Frauenrechtsgruppe Femen zu vier Monaten Haft. Das zuständige Gericht bewertete das Zeigen der nackten Brüste als unsittliches Verhalten und damit als Straftat. Die Aktivistin der Frauenrechtsgruppe Femen bleibt damit vorerst im Gefängnis. Sie war am 29. Mai direkt nach der Aktion in Untersuchungshaft gekommen.

Auch zwei Französinnen schuldig gesprochen

Gemeinsam mit der jungen Philosophiestudentin aus Hamburg sprach das Gericht auch zwei Französinnen schuldig. Die drei Frauen hatten vor dem Justizpalast ihre Oberkörper entblößt und laut schreiend gegen die Inhaftierung einer tunesischen Aktivistin demonstriert. Diese soll einen Femen-Schriftzug auf eine Friedhofsmauer gesprüht haben. Die französische Regierung zeigte sich bestürzt über das Urteil. "Wir bedauern die Härte der Strafe»" teilte das Außenministerium in Paris am Abend (12.6.) mit. Man habe auf Nachsicht gehofft.

Femen-Sprecherin: "Motivation für Oben-Ohne-Proteste in Tunesien jetzt noch größer"

Femen-Sprecherin Inna Schewtschenko bezeichnete das Urteil als das härteste, das jemals gegen Aktivistinnen der Gruppe verhängt worden sei. Gleichzeitig kündigte sie weitere Proteste an. "Wenn sie denken, dass sie feministische Aktivitäten (...) mit der Inhaftierung von Frauen stoppen können, irren sie sich", kommentierte die Sprecherin mit Blick auf die tunesischen Behörden. "Die Motivation für neue Oben-Ohne-Proteste in Tunesien ist jetzt noch größer."

 

Verteidigung will Einspruch einlegen

Vor Gericht hatte die deutsche Femen-Aktivistin ausgesagt, die Aktion habe sich nicht gegen die tunesischen Wertvorstellungen gerichtet, sie sei vielmehr eine Form des politischen Protests gewesen. Anwälte aus konservativen Kreisen in Tunesien machten dagegen geltend, dass Nacktauftritte auch in Deutschland als exhibitionistische Handlungen mit Gefängnisstrafen von bis zu einem Jahr verfolgt werden könnten. Die Verteidigung der Frauen kündigte einen Einspruch gegen das Urteil an.

Angeklagte während Prozess in bodenlangen Gewändern

Während des Prozesses waren die drei angeklagten Frauen - wie vor tunesischen Richtern üblich - in helle bodenlange Gewänder gehüllt. Das Verfahren war vergangenen Mittwoch eröffnet, aber sofort vertagt worden. Während seines Berlin-Besuchs in der vergangenen Woche hatte der tunesische Ministerpräsident Ali Larayedh ein rechtsstaatliches Verfahren zugesagt. Die Höchststrafe hätte sechs Monate Haft betragen.

 

(dpa/mgä)