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Radio Hamburg

Bischof Tabart-van Elst

Keine Bosheit oder Hass für Urteil

Limburg , 03.11.2013

Bischof Tabarz-van Elst äußert sich das erste Mal seit dem Beginn seiner Auszeit über einen Freund zu den Vorfällen in seinem Bistum.

Der heftig kritisierte Limburger Bischof Tebartz-van Elst nimmt gerade eine Auszeit in einem Kloster. Nun berichtet ein Bekannter wie es ihm geht.
 

Der momentan beurlaubte Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nach Aussage eines Bekannten nicht verbittert. Es gebe auch "keine Spur von Bosheit oder Hass", sagte der Rektor des päpstlichen Priesterkollegs "Anima" in Rom, Franz Xaver Brandmayr. "Er ist wohl aber enttäuscht, von anderen, die sich in ihrer Verantwortlichkeit plötzlich abputzen."

Bischof weiter in der Kritik

Der Limburger Bischof war wegen seines Führungsstils und der drastisch gestiegenen Kosten für die neue Bischofsresidenz in die Kritik geraten. Derzeit nimmt Tebartz-van Elst eine Auszeit in einer Benediktinerabtei in Niederbayern, nachdem er vom Papst beurlaubt worden war. In seiner Abwesenheit führt der neue Generalvikar Wolfgang Rösch die Amtsgeschäfte.

Explodierende Baukosten

Bei den Baukosten war anfangs von 2,5 Millionen Euro die Rede gewesen, mittlerweile liegen sie bei mindestens 31 Millionen Euro. Ob Kosten wirklich entglitten seien, müssten die eingeleiteten Untersuchungen zeigen. "Das Geld ist ja auch da, Limburg ist schließlich keine arme Diözese. Dem Bischof kann ja auch keiner vorwerfen, dass er sich persönlich bereichert hat", sagte Brandmayr, der die katholischen Gemeinde Santa Maria dell'Anima in Rom leitet und ausdrücklich im Namen Tebatz-van Elsts spricht.

Friedliches Gespräch mit Papst

Kurz nach der Audienz des Limburger Bischofs beim Papst habe er mit Tebartz-van Elst gesprochen. "Es gab keinen Tadel, sondern Verständnis und das gemeinsame Bemühen, eine Lösung und Klärung zu finden", sagte Brandmayr. Tebartz-van Elst würde gerne nach Limburg zurückkehren. "Er ist bereit zur Versöhnung und es wäre schön, wenn es der katholischen Kirche gelänge, alles zu klären, und es sich schließlich zeigt, dass alles korrekt gelaufen ist."

In Rom hatte Tebartz-van Elst nach Aussage Brandmayrs bei ihm gewohnt. Mit der Fluglinie Ryanair sei er dorthin geflogen, «nicht, weil er besonders billig fliegen oder Buße tun wollte». Sondern: "Die Lufthansa hatte ihn angerufen, dass Journalisten am Flughafen und im Flugzeug sein werden. Dann hat er rasch umgebucht."

(dpa/fbu)

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