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Radio Hamburg

Christian Wulff

Ex-Bundespräsident vor Gericht

Hannover, 13.11.2013
Bundespräsident Christian Wulff

Christian Wulff muss sich vor den Landgericht Hannover wegen dem Verdacht auf Korruption verantworten.

Es war ruhig geworden um Christian Wulff, doch nun steht er wieder im Rampenlicht. In Hannover beginnt der Korruptionsprozess gegen ihn.

Christian Wulff sitzt in einem Bierzelt, er trägt ein Trachtenhemd und trinkt eine Maß Bier, seiner Frau Bettina zuprostend, lächelnd. Sein kleiner Sohn schläft wenige Kilometer entfernt in einem Hotel, ein Babysitter passt auf. Jetzt muss Wulff den netten Abend aus dem September 2008 noch einmal durchleben: In Saal 127 des Landesgerichts Hannover wird der Abend bis ins Kleinste seziert: Was gab’s zu essen? Wer zahlte den Babysitter? Wurde der Besuch auf den Wiesn als Dienstreise abgerechnet oder als Privatausflug des Ehepaares Wulff? 22 Prozesstage hat das Landgericht Hannover angesetzt, um zu klären, ob Wulff sich mit seinem Wiesn-Besuch der Vorteilsannahme in seinem Amt als Ministerpräsident schuldig gemacht hat. Der spätere Bundespräsident war wegen der Ermittlungen im Februar 2012 zurückgetreten.

Ehemaliges Staatsoberhaupt vor Gericht

Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein ehemaliges Staatsoberhaupt der Bundesrepublik vor Gericht steht. Neben ihm sitzt der Filmproduzent David Groenewold, wegen Vorteilsgewährung. Er soll für Wulff die Rechnung über 510 Euro Hotel- und Babysitterkosten und das Essen im Festzelt übernommen haben. Klingt nach einer Einladung unter guten Freunden.

Auch ein Ministerpräsident darf Freunde haben

"Auch ein Ministerpräsident muss Freunde haben können und mit denen mal zum Essen gehen dürfen oder von ihnen eingeladen werden", sagte der Strafrechts-Professor Uwe Hellmann. "Probleme tauchen immer dann auf, wenn diese Freundschaft auch noch eine geschäftliche Seite hat." Was bei Wulff und Groenewold der Fall gewesen sein soll: Einen Tag nach dem Besuch soll der Filmproduzent den Ministerpräsidenten gebeten haben, ein gutes Wort für ihn beim Siemens-Vorstand einzulegen und für sein Filmprojekt zu werben. Wulff ist dieser Bitte nachgekommen.

Lange Liste an Vorwürfen

Doch mit dem Wiesn-Besuch ist am Ende nur ein einziger strafrechtlich relevanter Punkt auf der langen Liste der Vorwürfe gegen Wulff übrig geblieben. Die reichten vom günstigen Hauskredit bis hin zu Urlauben bei vermögenden Freunden wie dem Finanzberater Carsten Maschmeyer. Alles zusammen führte schließlich zu Wulffs Rücktritt als Präsident.
Es ist ruhig geworden um den Ex-Bundespräsidenten in den vergangenen Monaten. Der 54-Jährige lebt in einer Altbauwohnung in Hannover, unweit von Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Wulff nimmt ausgewählte Einladungen als Redner an, etwa zu einer Tagung der Deutsch-Japanischen Gesellschaften. Mit seinem inzwischen fünf Jahre alten Sohn zeigte er sich erst kürzlich im Fußballstadion bei Hannover 96.

Wulff will Freispruch

Nun wird das Leben der Wulffs im Gericht wieder aufgerollt werden, Details seines Privatlebens werden offengelegt. Wulff hätte die Chance gehabt zu vermeiden, sich wie kaum ein anderer deutscher Prominenter öffentlich zu entblößen. Er tut es freiwillig. Das Angebot der Staatsanwaltschaft zur Einstellung des Verfahrens gegen 20.000 Euro lehnte er ab. Er will für einen Freispruch kämpfen. Verteidiger Bernd Müssig erklärt, Wulff habe Angst vor dem Bild, als erster Bundespräsident auf der Anklagebank zu sitzen: "Aber er braucht keine Angst davor zu haben, weil es wird dann auch der erste Bundespräsident sein, der freigesprochen wird." Politikberater Spreng meint dagegen: "Selbst wenn Wulff den Prozess gewinnen wird: Er wird ihm immens schaden."

(dpa/fbu)

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