Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Christian Wulff

Zweiter Verhandlungstag

Hannover, 21.11.2013
Bundespräsident Christian Wulff

Die Aussagen der Hotelmitarbeiter unterstützen Wulffs Aussage der Unwissenheit.

Am zweiten Verhandlungstag haben die ersten Zeugen ausgesagt. Sie unterstützen die angegebene Unwissenheit des Ex-Bundespräsidenten.

Tag Zwei im Korruptionsprozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff: Heute haben die ersten Zeugen ausgesagt. Befragt wurden Mitarbeiter des Luxushotels "Bayerischer Hof" in München.

Anspannung spürbar

Sichtlich angespannter als zum Prozessauftakt, erschien Ex-Bundespräsident Christian Wulff am Donnerstag (21.11.) zum zweiten Verhandlungstag. Für die in der Kälte wartenden Journalisten gibt es anstatt Antworten auf seinen Gemütszustand, nur ein "Guten Morgen erst mal", bevor sich Christian Wulff mit seinen Verteidigern im Besprechungsraum verschwindet.

Vorteilsgewährung oder Freundschaft?

Am zweiten Verhandlungstag standen die ersten Zeugenaussagen auf dem Plan. Zwei Mitarbeiter des Hotels "Bayrischer Hof" in München berichteten von den Ereignissen eines Septemberabend in 2008. An diesem Abend war Wulff mit Filmproduzent David Groenewold verabredet. Er soll für Wulff die Rechnung über 510 Euro Hotel- und Babysitterkosten und das Essen im Festzelt übernommen haben. Einen Tag später soll der Filmproduzent den damaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen um einen Gefallen bezüglich eines neuen Filmprojektes gebeten haben. Wulff ist dieser Bitte nachgekommen.

Zwei Hotelmitarbeiter sagen aus

Die Aussagen des Hotel-Personals wird die Laune von Christian Wulff am zweiten Verhandlungstag wohl gehoben haben, denn diese unterstützen die Aussage des Ex-Bundespräsidenten in seiner angegebenen Unwissenheit.

Den Aussagen zufolge war es Wulff nicht - wie von der Staatsanwaltschaft vermutet - automatisch möglich, 2008 beim Auschecken aus dem Hotel auf der Rechnung zu erkennen, dass "sein Freund" David Groenewold einen Teil der Logiskosten bezahlt hatte. Genau so hatte Wulff es eine Woche zuvor in seinem rund 50-minütigenMonolog auch dargestellt.

Bevorzugung von prominenten Gästen wäre üblich

Auch zur Frage nach den Gründen für das Hochstufen bei der Zimmervergabe viel für Christian Wulff positiv aus: Es sei normales Alltagsgeschäft, dass Hotelgäste, meist Prominente oder Stammkunden, je nach Auslastung höherwertige Zimmer erhielten als zunächst gebucht worden seien, sagt der 48-jährige Empfangschef. Ob die Gäste von ihrer Hochstufung erfahren, könne nicht grundsätzlich gesagt werden, da es bisweilen auch stillschweigend geschehe. Zudem seien in dem Hotel täglich "10 bis 20 VIPS" zu Gast, der diskrete Umgang mit bekannteren Persönlichkeiten sei daher auch für die Mitarbeiter an der Tagesordnung.

Statt im ursprünglich reservierten Doppelzimmer durfte Wulff damals mit Frau Bettina und Sohn Linus zum Vorzugspreis von 383 Euro in einer Suite übernachten. Ein guter Preis für Gäste, "die für unser Haus wichtig sind", heißt es auf einer dazugehörigen Notiz auf der Reservierung. Der Normalpreis soll vor fünf Jahren nach Angaben des 38-jährigen Assistenten der Hotelchefin 1100 Euro betragen haben.

Weitere Zeugenaussagen werden erwartet

Der Prozess wird am kommenden Mittwoch mit weiteren Aussagen von Mitarbeitern unter anderem aus dem Hotel fortgesetzt. Am 5. Dezember will das Gericht dann die ersten prominenten Zeugen hören, Verleger Hubert Burda und seine Frau, die Schauspielerin Maria Furtwängler.

Beide sollen beim Oktoberfest 2008 ebenfalls Gäste von Filmproduzent Groenewold gewesen sein. Eine Woche später wird dann voraussichtlich erstmals Wulffs Frau Bettina als Zeugin im Verfahren gegen ihren Mann öffentlich vernommen. Beide leben inzwischen getrennt. Ein Urteil wird frühestens im nächsten Jahr erwartet.

(vun/dpa)

comments powered by Disqus