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Radio Hamburg

Prozess gegen Wulff

Personenschützer sagt aus

Hannover, 29.11.2013
Bundespräsident Christian Wulff

Am vierten Verhandlungstag sagte der ehemalige Personenschützer Wulffs aus. Er äußerte sich nur wage.

Am vierten Verhandlungstag sagte der ehemalige Personenschützer von Ex-Bundespräsident Christian Wulff aus. Seine Aussage brachte den Richter in Rage.

Der Prozess um Ex-Bundespräsident Christian Wulff geht weiter. Am Donnerstag (28.11.) brachte die Aussage eines Polizisten den Richter in Rage: Angeblich kann er sich an nichts erinnern.

Personenschützer äußert sich nur wage

Der vierte Verhandlungstag trug wenig zur Aufklärung im Prozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff bei. Ein ehemaliger Personenschützer äußerte sich äußerst zurückhaltend, was den Vorwurf der Vorteilsannahme belangt. Er konnte eine Freundschaft zwischen Wulff und dem Filmfinancier David Groenewold weder bestätigen noch wiederlegen.

An den Oktoberfestbesuch 2008 erinnerte er sich nur bruchstückhaft. Als selbst nach mehrmaligem Nachhaken wenig kam, sagte Richter Frank Rosenow: "Sie wissen ja, dass das ein Verfahren ist, das die Republik erregt." Er habe erwartet, dass sich ein Polizist auf seine Aussage vorbereitet. "So eine Vernehmung von einem Polizeibeamten habe ich noch nicht erlebt."

Er übernachtete im Nebenzimmer mit Verbindungstür

Der befragte Polizist stand Christian Wulff von 2003 bis 2009 rund zwei Wochen im Monat oft rund um die Uhr als Personenschützer zur Verfügung. Im Hotel "Bayrischer Hof", in dem der Ex-Bundespräsident mit Frau und Kind übernachtete, hatte der Personenschützer ein Zimmer mit Verbindungstür bewohnt. An diesem Abend war Wulff mit Filmproduzent David Groenewold verabredet. Er soll für Wulff die Rechnung über 510 Euro Hotel- und Babysitterkosten und das Essen im Festzelt übernommen haben.

Auch Fahrer und Babysitter sagen aus

Auf der Zeugenliste des vierten Verhandlungstages standen zudem Wulffs damaliger Fahrer sowie die junge Frau, die im "Bayerischen Hof" auf das Baby der Wulffs aufgepasst hatte. Richter Rosenow fragte mehrfach danach, wie nahe sich Wulff und Groenewold standen. Der Fahrer sagte, er sei Groenewold zwei-, dreimal begegnet. Nach der Feier zu Wulffs 50. Geburtstag hätten sich die beiden freundschaftlich voneinander verabschiedet.

Die Babysitterin, die nach eigenen Angaben nur an einem Abend im Einsatz war, wusste nicht mehr, ob sich der prominente Politiker und der Filmfinancier duzten. Auf der Hotelrechnung standen
Babysitterkosten von 110 Euro, die Groenewold übernommen hatte und Wulff ihm bar zurückgezahlt haben will.

Der Tag war als "frei" geblockt

Bereits am Mittwoch (27.11.) gab eine ehemalige Mitarbeiterin von Wulff Auskunft darüber, inwieweit der Besuch auf dem Oktoberfest 2008 von der Staatskanzlei vorbereitet worden war. "Wir hatten nicht viel zu organisieren", sagte die Angestellte.

Das Zimmer sei von einer Mitarbeiterin von Groenewold gebucht worden. Zudem soll der Tag als "frei" geblockt worden sein. "Wenn wir mal ein freies Wochenende brauchten, haben wir "MP in Brandenburg" eingetragen", sagte die Zeugin. Auf diese Weise habe man verhindern können, dass doch noch Terminanfragen für diesen Tag an den Regierungschef herangetragen wurden.

Weitere Aussagen werden erwartet

Der nächste Prozesstag ist am 5. Dezember. Das Gericht wird dann die ersten prominenten Zeugen hören, Verleger Hubert Burda und seine Frau, die Schauspielerin Maria Furtwängler, wurden geladen.

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(vun/dpa)

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