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Radio Hamburg

Staatsanwaltschaft ermittelt

Karl Dall: Vorwurf der Vergewaltigung

Zürich, 28.11.2013
Karl Dall

Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung gegen Karl Dall.

Die Staatsanwaltschaft in Zürich ermittelt wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung. Dall selbst beteuert seine Unschuld und spricht von einem "Alptraum".

Der Komiker Karl Dall sieht sich schweren Anschuldigungen ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt gegen den Komiker Karl Dall (72) wegen des Verdachts der Vergewaltigung. Die Sprecherin der Behörde, Corinne Bouvard, bestätigte am Donnerstag (28.11.) einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Dall wies die Vorwürfe in dem Bericht zurück.

Karl Dall vier Tage in Untersuchungshaft

Anfang November war der Entertainer laut Anklagebehörde nach einer Vorstellung in St. Gallen von der Polizei festgenommen worden. Er habe vier Tage in Zürich in Untersuchungshaft gesessen, sei verhört worden und dann frei gekommen. Ob es einen Prozess geben wird, ist laut Staatsanwaltschaft noch offen. Dall war am Donnerstag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Karl Dall wehrt sich gegen Vorwürfe

Laut "Bild" wirft ihm eine 43-jährige Journalistin aus der Schweiz vor, sie im September in einem Hotel vergewaltigt zu haben. Zwei Monate später soll sie Anzeige erstattet haben. Dall erklärte dazu "Bild" zufolge: "Eine freie Schweizer Journalistin versuchte, einen beruflichen Kontakt mit mir zu benutzen, sich in mein Leben einzuschleichen und finanzielle Vorteile daraus zu erlangen." Als dies gescheitert sei, habe sie ihm eine Vergewaltigung vorgeworfen.

Kein Geschlechtsverkehr

Der Anwalt von Karl Dall wies den Vorwurf der Vergewaltigung zurück. "Es gab weder eine Vergewaltigung noch Geschlechtsverkehr", sagte Marc Engler der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Engler bestätigte, dass es zwischen Dall und einer Journalistin nach einem Auftritt in Zürich zu einem Treffen gekommen sei. Auf Drängen der Frau seien die beiden auf das Zimmer gegangen – zu sexuellen Handlungen sei es aber nicht gekommen. "Die Dame war sehr offensiv, aber Herr Dall wollte den Avancen nur ein Ende bereiten."

"Möge dieser Alptraum bald vorüber sein."

In dem Artikel wird Dall dahingehend zitiert, dass das angebliche Opfer Schulden habe, spielsüchtig sei und schon einen anderen Prominenten "terrormäßig" gestalkt habe. "Das angebliche Opfer steckt offenkundig in erheblichen persönlichen, psychischen wie finanziellen Schwierigkeiten", schrieb Dall laut "Bild" und: "Möge dieser Alptraum bald vorüber sein."

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Seit über 30 Jahren im Showgeschäft

Karl Dall ist zurzeit mit seinem Theaterstück "Der Opa" auf Tournee. Der Blödelbarde mit dem hängenden Augenlid gehört zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands, ist seit 1971 mit seiner Frau Barbara verheiratet und hat eine Tochter und eine Enkelin. In Sendungen wie "Dall-As" (1985-1991/RTL) oder "Jux und Dallerei" (1992-1994/Sat.1) provozierte Dall als großklappiger, gnadenloser und manchmal auch gemeiner Gastgeber und hatte immer mal wieder Gastrollen im Fernsehen zuletzt in der ZDF-Reihe "Notruf Hafenkante". Inzwischen hat der Entertainer, der auch als Musiker Erfolge hatte ("Diese Scheibe ist ein Hit", "Heute schütte ich mich zu") keine eigene Fernsehshow mehr. Bekannt geworden war der in Emden geborene Entertainer mit Auftritten der humoristisch-anarchistischen Gruppe Insterburg & Co ("Ich liebte ein Mädchen") in den 70er Jahren.

(dpa/mgä)