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Radio Hamburg

Entführte Maria

Angebliche Eltern sind in U-Haft

Athen/Larissa, 21.10.2013
Maria, Entführung, Griechenland

Die kleine Maria soll 2009 entführt worden sein.

Die mutmaßlichen Entführer der kleinen Maria sind in Griechenland in Untersuchungshaft gekommen.

Dem Paar, bei dem das Kind entdeckt worden war, wird Medieninformationen zufolge Kindesentführung und Urkundenfälschung vorgeworfen. Die 40-Jährige und der 39-Jährige sagten am Montag (21.10.) vor dem Haftrichter in der Stadt Larissa aus. Anschließend kamen sie in U-Haft.

Zahnärztliche Untersuchung: Maria mindestens 5 Jahre alt

Polizisten hatten das Mädchen vergangene Woche durch Zufall gefunden. Ihnen war das hellhäutige, blonde Mädchen mit grünen Augen aufgefallen, weil es keinerlei Ähnlichkeit mit dem Paar hatte, bei dem es lebte. Ein DNS-Test ergab dann, dass dies nicht die biologischen Eltern sind. Woher das Kind stammt, ist weiter unklar. Zahnärztliche Untersuchungen ergaben, dass das Mädchen mindestens fünf Jahre alt ist. Das teilte die Kinderschutzorganisation "Das Lächeln des Kindes" am Montag mit, die das Kind in Obhut genommen hat. Zunächst hatte es geheißen, Maria sei etwa vier.

Eltern aus Bulgarien?

Vor dem Haftrichter sagten die 40-Jährige und der 39-Jährige laut Medienberichten, ein Paar aus Bulgarien habe ihnen das Kind anvertraut, weil es das Mädchen nicht großziehen konnte. Der Mann soll den Behörden angeboten haben, bei der Suche nach den leiblichen Eltern zu helfen. Sie leben demnach angeblich noch in Griechenland. Der Vorsitzende der Roma-Gemeinde, in der Maria lebte, bestätigte die Angaben: Im Radio sagte Babis Dimitriou, das Kind stamme von einem bulgarischen Roma-Paar, das schon fünf Kinder gehabt habe. Das Paar habe in der Siedlung gelebt und sei nun weg.

Hinweise auf organisierten Kinderhandel?

Die griechische Polizei forscht unterdessen weiter nach Hinweisen auf organisierten Kinderhandel. Zur Ermittlung der biologischen Eltern der Kleinen wurden Gen-Proben in ausländische Labore geschickt. Wie der Rundfunksender Skai am Montag meldete, ging bei den griechischen Behörden genetisches Material aus mindestens acht europäischen Ländern ein. Es stamme von Paaren, die hofften, dass Maria ihr vermisstes Kind sein könnte. Auch ein Paar aus Thessaloniki, dessen Neugeborenes 2009 unter mysteriösen Umständen verschwunden war, bat um eine DNS-Untersuchung.

 

(dpa/mgä)

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