Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Down-Syndrom-Baby Gammy

Ehepaar lässt Leihmutter mit Kind im Stich

Bangkok/ Perth, 04.08.2014
RHH - Expired Image

Dem behinderten Baby Gammy brandet weltweit eine Welle der Unterstützung entgegen.

Ein Paar aus Australien soll bei einer thailändischen Leihmutter ein Kind bestellt haben, von den entstandenen Zwilligen aber nur den gesunden genommen haben.

Ein australisches Ehepaar soll eine Leihmutter in Thailand mit einem Down-Syndrom-Baby sitzengelassen und nur dessen gesunde Zwillingsschwester mitgenommen haben. Menschen weltweit reagierten daraufhin mit Entsetzen und einer Welle an Spenden und Hilfsangeboten. Das australische Paar streitet indes alle Vorwürfe ab.

Von biologischen Eltern im Stich gelassen

Die junge thailändische Mutter hatte australischen Reportern erzählt, dass sie Gammy und seine Schwester im Dezember 2013 als Leihmutter für ein australisches Paar zur Welt gebracht habe. Da Gammy allerdings unter dem Down-Syndrom leidet, hätten die Australier nur den gesunden Zwilling mit nach Hause genommen. Außerdem benötigt der Junge dringend eine Herzoperation, um sein Leben zu retten.

"Hope for Gammy"

Nachdem die tragische Geschichte von Gammy bekannt geworden war, brandete der 21-jährigen Mutter Pattaramon Chanbua und ihrem Sohn eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. Innerhalb kürzester Zeit kamen mit der Aktion "Hope for Gammy" 150.000 Euro an Spenden zusammen. So erklärte der Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, dass die Versorgung des herzkranken Jungen gesichert sei: "Wir werden einen längerfristigen Plan machen, denn die Spenden sind deutlich höher, als wir zunächst erwartet hatten." Alleine hätte die thailändische Leihmutter die Kosten für die dringend notwendige Herz-OP nicht aufbringen können. Zahlreiche Australier hätten zudem angeboten Gammy zu adoptieren. Selbst der australische Regierungschef Tony Abbot äußerte sich zu Gammys Schicksal und stellte der Mutter Hilfe in Aussicht. Außerdem untersuche das australische Außenministerium den Fall.

Nach Lungenentzündung in Klinik

Das Baby Gammy wird mittlerweile mit der Hilfe von Spenden seit Sonntag (03.08) in einer Privatklinik in Bangkok behandelt, teilte die australische Hilfsorganisation "Hands Across the Water" mit. Dort erholt sich der Junge von einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung und befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung. "Der Zustand des Babys hat sich etwas verbessert, es wird intravenös mit Medikamenten versorgt", so ein Journalist, der die Mutter und das Kind in der Klinik besucht hatte. "Die Infektion ist weg, er hustet nicht mehr», sagte ein Sprecher des Krankenhauses. "Es soll in Kürze entlassen werden."

Leihmutter aus Verzweiflung

Pattaramon hat bereits zwei Kinder im Alter von drei und sechs Jahren und nach eigenen Angaben einen Berg von Schulden. Deshalb habe sie eingewilligt, für umgerechnet 10 000 Euro Leihmutter zu werden, sagte sie dem australischen Sender ABC. "Für mich ist das viel Geld, ich dachte, damit können wir erstens die Ausbildung unserer Kinder bezahlen und zweitens die Schulden." Als während der Schwangerschaft klar geworden sei, dass sie Zwillinge bekommt und eines der Babys das Down-Syndrom hat, hätten die biologischen Eltern eine Abtreibung verlangt. Das kam für Pattaramon nicht infrage, wie sie sagt. Sie werde sich um Gammy kümmern. "Es ist doch nicht seine Schuld. Ich liebe ihn wie meine eigenen Kinder, schließlich war er neun Monate in meinem Bauch." Geschäfte mit Leihmüttern sind sowohl in Australien, als auch in Deutschland verboten.

Australisches Elternpaar streitet Vorwürfe ab

Am Montag (04.08) meldeten sich zum ersten Mal nach den Vorwürfen der Leihmutter die biologischen Eltern von Gammy zu Wort, nachdem sich diese heftigen Anfeindungen stellen mussten. So erklärten die Eltern australischen Reportern, dass sie nichts von dem Zwilling mit Down-Syndrom gewusst hätten. Dem australischen Sender "ABC" sagte der Vater, dass das Krankenhaus den Jungen nie erwähnt hätte. Die Leihmutter erklärte dagegen, dass das eine Lüge sei. Die Kinder hätten nach der Geburt im Krankenhaus zusammengelegen, sagt Leihmutter Pattaramon Chanbua. Der Vater, der über 50 Jahre alt sei, habe das Mädchen besucht und ihm Fläschchen gegeben, den Jungen aber keines Blickes gewürdigt. "Ich bin sehr aufgebracht, dass er das sagt", sagte Pattaramon Reportern. "Die Wahrheit wird rauskommen."

(dpa/san)

 

 

comments powered by Disqus