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Radio Hamburg

Trauer

Schriftsteller Ralph Giordano gestorben

Köln, 10.12.2014
RHH - Expired Image

Die Stimme des Schriftstellers Ralph Giordano hatte Gewicht. Der jüdische Publizist war jahrzehntelang ein gefragter intellektueller Kopf.

Er war Schriftsteller, TV-Autor und gefragter intellektueller Kopf. Mit 91 Jahren ist der jüdische Publizist Ralph Giordano gestorben.

Der Schriftsteller und Publizist Ralph Giordano ist tot. Er sei am Mittwochmorgen (10.12.) in Köln im Alter von 91 Jahren in einem Kölner Krankenhaus an den Folgen eines Oberschenkelhalsbruchs gestorben, sagte eine Sprecherin seines Verlags Kiepenheuer & Witsch. Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) bezeichnete Giordano als das "Gewissen einer ganzen Generation".

Viele Bestseller

Giordano wurde am 20. März 1923 in Hamburg geboren. Als Sohn einer Jüdin entging er nur knapp dem Holocaust. Ich wache heute noch auf und denke: "Giordano, lebst Du wirklich?", erzählte er kurz vor seinem 80. Geburtstag. Der Kampf gegen Rechts war sein Lebensthema. "Alle Bücher kommen aus der Tiefe meiner Biografie", sagte er. Insgesamt schrieb er 23 Bücher, von denen viele Bestseller wurden. Sein bekanntestes Werk ist der später auch verfilmte Roman "Die Bertinis", in dem er die Geschichte einer jüdischen Familie in der NS-Zeit erzählt. Weitere erfolgreiche Titel waren "Die zweite Schuld oder von der Last ein Deutscher zu sein" und "Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte".

Kritik am Islam

Viel beachtet wurde auch seine Autobiografie "Erinnerungen eines Davongekommenen". Giordano drehte außerdem zahlreiche Fernseh-Dokumentationen. "Mein Verhältnis zu Deutschland ist gespalten, aber unauflösbar, heimisch, oft schmerzhaft, aber auch oft glücklich", sagte er 2009 zum 60. Gründungstag der Bundesrepublik. Seit 1972 lebte er in Köln. In den letzten Jahren seines Lebens sah Giordano den fundamentalistischen Islam als neue Gefahr für die Demokratie. So war er der profilierteste Kritiker des Baus der Kölner Zentralmoschee.

Die Heftigkeit seiner Angriffe brachte ihm viel Kritik ein. Er selbst sagte: "Ich habe da etwas angestochen, was lange von der Politik verdrängt worden ist." Er kritisierte eine "Inflation von Moscheen" und eine "muslimische Parallelgesellschaft" als "Dorn im Fleisch der Demokratie". Dem fundamentalistischen Islam in Deutschland werde ein "unverzeihlicher" Spielraum zugestanden. (dpa)