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Radio Hamburg

Details zum Unfall

Schumacher war nicht zu schnell unterwegs

Grenoble, 08.01.2014
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Michael Schumacher war bei seinem schweren Skiunfall nicht mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs.

Michael Schumacher war bei seinem schweren Skiunfall nicht mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Das gab der Staatsanwalt bekannt.

Michael Schumacher war bei seinem schweren Skiunfall nicht mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Das erklärten die zuständigen Ermittler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in
Albertville. "Wir können nicht erkennen, dass er mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs war", sagte der Kommandant der Gebirgsgendarmerie Savoyen, Stephane Bozon. Schumacher sei "mit der normalen Geschwindigkeit eines erfahrenen Skifahrers" gefahren.

Schumi war drei bis sechs Meter neben der Piste

Staatsanwalt Patrick Quincy erklärte, dass sich Schumacher drei bis sechs Meter entfernt von der markierten Piste befunden habe. Der Felsen, gegen den Schumacher dann mit dem Kopf geprallt war, befinde sich acht Meter entfernt von dem markierten Abschnitt. Ob der ehemalige Rekord-F1-Champion jemandem helfen wollte, konnten die Ermittler nicht beantworten. Auf dem sichergestellten zweiminütigen Video konnten bisher keine Hinweise darauf entdeckt werden.

Skier in sehr guten Zustand

Untersucht werden weiterhin auch die Skier, mit denen Schumacher gefahren war. Bozon sagte aber, dass die Skier "nach unseren Erkenntnissen nicht die Ursache für den Unfall" gewesen sind. Sie seien in sehr gutem Zustand. Auf die Frage, ob Schumacher unvorsichtig gewesen sei, die markierte Piste zu verlassen, wollte Staatsanwalt Quincy nicht antworten. Ebenfalls machte er keine Angaben zu der Frage, warum Michael Schumacher bei seinem Skiunfall außerhalb der markierten Pisten unterwegs war. Die Pistenabgrenzungen hätten den Normen entsprochen. Auch bei der Frage nach möglichen zivilrechtlichen Folgen hielt sich Quincy zurück. Man haben bisher keine Klagen erhalten, sagte er. Die Ermittler bestätigten zudem, dass Schumachers Helm beim Aufprall auf den Felsen zerbrochen sei. "Der Helm ist nicht mehr in einem Stück", hieß es.

Cora Schumacher bittet Medien um Zurückhaltung

Michael Schumachers Ehefrau rief die Medien derweil am Dienstag eindringlich zu mehr Zurückhaltung auf. "Es ist mir wichtig, dass Sie die Ärzte und das Krankenhaus entlasten, damit diese in Ruhe arbeiten können - vertrauen Sie bitte deren Statements und verlassen Sie die Klinik", hieß es in der Mitteilung Corinna Schumachers. "Bitte lassen Sie auch unsere Familie in Ruhe."

Schumacher wird seit seinem Sturz am 29. Dezember unter riesigem Medieninteresse in Grenoble behandelt. Corinna Schumacher wies in ihrer Stellungnahme noch einmal auf Expertisen und Aussagen der behandelnden Mediziner hin. Diese hatten am Montag in der ersten Stellungnahme nach sechs Tagen betont, Schumachers Zustand sei stabil. Auch Managerin Sabine Kehm bestätigte in einer schriftlichen Stellungnahme nicht, dass sie gesagt haben soll, Schumacher sei außer Lebensgefahr. Zuvor hatten Medien berichtet, der Ex-Weltmeister befinde sich nicht mehr in "akuter" Lebensgefahr.

 

"Respekt vor dem Leid der Opfer"

In die Diskussion um die Berichterstattung schaltete sich auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) ein. Der Bundesvorsitzende Michael Konken wies auf den Kodex des Deutschen Presserats hin, der "Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen" fordert. "Das gilt auch dann, wenn das Opfer prominent ist."

Schumacher liegt weiterhin im Koma

Die traumatologische Abteilung in Grenoble gilt als eine der besten in Frankreich. Schumacher befindet sich den Ärzten zufolge weiter mit schweren Kopfverletzungen im künstlichen Koma. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr Schumacher zwischen zwei markierten Pisten gegen einen Felsen. Er verlor in dem eher flachen Bereich mit Neuschnee die Kontrolle, krachte mit dem Kopf auf einen Felsen und erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Zweimal - unmittelbar nach seiner Einlieferung am Mittag des Unglückstages und einen Tag später - wurde er operiert. Das Medieninteresse in Grenoble war seit dem Unfall riesig. Im Laufe der Woche wurden die Übertragungswagen auf eine gesonderte Stellfläche verwiesen. Ein Medienvertreter hatte nach Angaben von Schumachers Managerin versucht, als Priester verkleidet zu dem siebenmaligen Champion zu gelangen. Am Dienstag hatte zumindest vor Ort der Andrang der Journalisten weiter nachgelassen. Auf dem Gelände für die Übertragungswagen war wieder mehr Platz. Viele Medienvertreter waren schon ins rund 80 Kilometer entfernte Albertville unterwegs.

(dpa / ste)

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