Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Neues Urteil

Amanda Knox zu 28 Jahren Haft verurteilt

Florenz, 31.01.2014
Der "Engel mit Eisaugen" ist wieder da

Amanda Knox wurde von den Medien "Engel mit den Eisaugen" genannt.

Die US-Amerikanerin Amanda Knox und ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito sind im neuen Prozess um den Mord an Meredith Kercher zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Das Berufungsgericht in Florenz sprach Knox und den Italiener Sollecito am Donnerstag in zweiter Instanz schuldig. Knox (26) soll für die Tat im November 2007 in Perugia 28 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, Sollecito (29) für 25 Jahre. Die Richter blieben damit knapp unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Beide Angeklagte waren bei der Urteilsverkündung nicht im Gerichtssaal.

Verteidiger wollen Berufung einlegen

Das Gericht hatte zuvor knapp zwölf Stunden über die Entscheidung beraten. Ihr Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger der beiden Angeklagten kündigten an, Berufung einlegen zu wollen. Dann muss das höchste italienische Gericht in Rom ein weiteres Mal in dem Fall entscheiden. Sollecito wurde mit einem Ausreiseverbot belegt, sein Pass wird wegen Fluchtgefahr eingezogen. Knox hingegen lebt wieder in ihrer Heimat USA. Die junge Frau müsste zunächst an Italien ausgeliefert werden. Experten halten dies für unwahrscheinlich, solange das Urteil nicht endgültig bestätigt ist.

Amanda Know nimmt Urteil "wie versteinert" auf

Knox wollte die Entscheidung gemeinsam mit ihrer Mutter in ihrer Heimatstadt Seattle verfolgen. Nach Angaben ihres Anwalts soll sie wie versteinert auf das Urteil reagiert, jedoch aber nicht geweint haben. "Ich bin erschreckt und traurig über dieses ungerechte Urteil", sagte sie in einem Statement. Sollecito verfolgte das Urteil nach Angaben seiner Anwälte im Fernsehen und reagierte "bestürzt". Die Angeklagten hatten die Tat stets bestritten. Sie mussten sich seit September zum dritten Mal für den Mord vor Gericht verantworten.

Mitbewohnerin mit zahlreichen Messerstichen getötet

Die 21 Jahre alte Kercher war 2007 halbnackt und mit zahlreichen Messerstichen in ihrem WG-Zimmer gefunden worden. Knox und Sollecito waren 2009 in einem Indizienprozess zu langen Haftstrafen verurteilt, vier Jahre später aber freigesprochen worden. Knox kehrte in die USA zurück. Im März 2013 hatte Italiens höchstes Gericht das Urteil der zweiten Instanz gekippt und einen neuen Prozess angeordnet. Kerchers Geschwister Stephanie und Lyle hingegen waren bei der Verlesung des Urteils im Gericht. "Ich denke, dass es an diesem Punkt sehr schwierig ist, zu verzeihen, weil wir nicht wissen, was wirklich passiert ist", sagte Stephanie dem Fernsehsender SkyTG24. Ihr Bruder Lyle sagte nach dem Urteil: "Es ist nicht die Zeit, um zu feiern."

Knox und Sollecito von Anfang an Hauptverdächtige

Für die Tat endgültig verurteilt wurde bislang nur der Ivorer Rudy Guede, der wegen Beihilfe zum Mord in einem anderen Prozess 16 Jahre Haft bekam. Die Richter hatten in ihrem Urteil für Guede jedoch ausdrücklich betont, er könne nicht alleine gehandelt haben. Kerchers damalige Mitbewohnerin Knox sowie Sollecito waren von Beginn an die Hauptverdächtigen in dem Fall. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ermordete das damalige Paar die Studentin gemeinsam mit Guede wegen eines eskalierten Streits um die Sauberkeit im Haus, das Knox und Kercher gemeinsam bewohnten. Sie hätten unter Drogen und Alkoholeinfluss gestanden, argumentierte der Staatsanwalt.

(dpa/mgä)

comments powered by Disqus