Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Wende in Mordprozess

Pistorius wird psychiatrisch untersucht

Pretoria, 14.05.2014
RHH - Expired Image

Oscar Pistorius muss sich psychiatrisch untersuchen lassen.

Oscar Pistorius muss psychiatrisch untersucht werden. Obwohl die Verteidigung nicht auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert, will die Richterin kein Risiko eingehen.

Überraschende Wende im Mordprozess gegen Oscar Pistorius: Der 27-Jährige wird zu einer intensiven Untersuchung in die Psychiatrie eingewiesen.

Psychiatrische Untersuchung wegen Angststörung

Dies sei auch ein Gebot der Fairness gegenüber dem Angeklagten, betonte Richterin Thokozile Masipa am Mittwoch (14.05) in Pretoria. Die für einen Monat vorgesehene Beobachtung in einer psychiatrischen Einrichtung soll Aufschluss über die
Schuldfähigkeit des 27-Jährigen geben. Die Psychiaterin Merryl Vorster hatte zuvor als Zeugin der Verteidigung Pistorius eine intensive Angststörung bescheinigt.

Das Gericht folgte mit der Einweisung dem Antrag des Staatsanwalts. Einzelheiten will die Richterin am kommenden Dienstag bekannt geben. Sie könne sich vorstellen, dass Pistorius ein Tagespatient werde, das bedeutet, dass er jeweils am Abend wieder nach Hause darf. Pistorius befindet sich nach Zahlung einer Kaution seit Ende März 2013 in Freiheit.

Der behinderte Profisportler wird beschuldigt, am 14. Februar 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp ermordet zu haben. Pistorius beteuert, er habe durch eine verschlossenen Tür geschossen, weil er dahinter einen Einbrecher vermutete.

Oscar Pistorius möglicherweise schuldunfähig

Die Richterin begründete ihre Entscheidung mit der nicht auszuschließenden Möglichkeit, dass Pistorius nicht voll schuldfähig sein könnte. Auch wenn die Verteidigung bisher nicht so argumentiert habe, könne nach der Aussage Vorsters nicht ausgeschlossen werden, dass die Angststörung des Angeklagten sein Handeln in der Tatnacht massiv beeinflusst hätte. "Ich bin überzeugt davon, dass Oscar Pistorius möglicherweise schuldunfähig sein könnte", sagte Masipa. Eine Beobachtung in der Psychiatrie würde sicherstellen, "dass Oscar Pistorius einen fairen Prozess bekommt".

Pistorius: Reevas Tod war "tragisches Versehen"

Die Entscheidung des Gerichts bewerten Rechtsexperten als Sieg für den Staatsanwalt. Kommen die Psychiater zu dem Ergebnis, Pistorius sei schuldfähig, dann dürfte es kaum mildernde Umstände für ihn geben. Die entscheidende Frage wird sein, wie groß seine von einer Psychiaterin im Gericht bezeugte Angststörung eingeschätzt wird.  Doch Pistorius will gar nicht wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen werden. Er will nach eigenen Angaben frei kommen, weil seine Freundin Opfer eines "tragischen Versehens" war.

Lest auch: Oscar Pistorius: Weinend bittet er um Entschuldigung

Im dramatischen Mordprozess um das Model Reeva Steenkamp trat Oscar Pistorius erstmals als Zeuge auf und bat um E ...

Die psychiatrische Untersuchung wird den Prozess, der am 3. März begonnen hat, weiter verlängern. Mittwoch war der 32. Verhandlungstag, ursprünglich sollte der Prozess Mitte Mai enden. Nun wird das Verfahren kaum vor Ende Juni abgeschlossen sein. Bei einer Verurteilung droht Pistorius eine lebenslange Haftstrafe.

(dpa/mgä)

comments powered by Disqus