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Radio Hamburg

Prozess gegen Strauss-Kahn

IWF-Chef drohen zehn Jahre Haft

Lille, 02.02.2015
Dominique Strauss-Kahn, 950x720

Dominique Strauss-Kahn muss sich ab Montag (02.02) vor dem Gericht in Lille verantworten. 

Der französische Politiker Dominique Strauss-Kahn muss sich am Montag (02.02) wegen Anschuldigungen der schweren Zuhälterei vor Gericht verantworten.

Er könnte heute französischer Präsident sein. Doch schon die  Vergewaltigungsvorwürfe von New York 2011 bereiteten seiner Karriere ein jähes Ende. Nun steht der Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Strauss-Kahn, wieder vor Gericht. Hier wird für mindestens drei Wochen ein weiteres Kapitel des ausschweifenden Privatlebens von Dominique Strauss-Kahn ("DSK") juristisch ausgeleuchtet. Diesmal geht es um organisierte Zuhälterei bei den wilden Sex-Partys im "Carlton"-Hotel in Lille. Nun drohen dem ehemaligen Spitzenkandidaten für die französische Präsidentschaftswahl zehn Jahre Haft und eine Strafe von 1,5 Millionen Euro, wie die "Zeit" berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor Prozessbeginn für ein Ende der Ermittlungen gegen "DSK" plädiert. Die Richter setzten das Verfahren dennoch an. Mit der Vernehmung von Strauss-Kahn wird erst in der kommenden Woche gerechnet. In dem zunächst bis zum 20. Februar terminierten Prozess müssen sich neben Strauss-Kahn unter anderem Bordell- sowie Hotelbesitzer und Unternehmer verantworten. Auch drei Manager des "Carlton" in Lille sitzen auf der Anklagebank.

Vorwurf der Vergewaltigung

Noch vor Bekanntwerden der "Carlton"-Partys war die Karriere von Strauss-Kahn praktisch beendet. Im Mai 2011 holte die New Yorker Polizei ihn aus einem nach Paris startbereiten Flugzeug. Zuvor soll er in einem Hotel der US-Metropole eine Angestellte vergewaltigt haben. Die Bilder eines unrasierten Strauss-Kahn vor der New Yorker Justiz gingen um die Welt. Den Chef-Posten beim IWF in Washington gab er auf. Mit der in Widersprüche verwickelten Hotelangestellten einigte sich Strauss-Kahn außergerichtlich.

Spitzenkandidat für Präsidentschaftswahl 2012

Doch das zentrale Projekt seiner Zukunft war bereits gescheitert: Nur wenige Wochen später sollte Strauss-Kahn eigentlich seine Kandidatur für die französischen Sozialisten bei der Präsidentenwahl 2012 verkünden. Die Umfragen sprachen klar für den Weg an die Spitze des Landes. Doch im vermeintlichen Privatleben der öffentlichen Person Strauss-Kahn häufen sich Vorwürfe um erzwungenen Sex. Eine Publizistin verklagte ihn wegen versuchter Vergewaltigung. Sexuelle Aggression wurde zwar anerkannt, doch war die Tat verjährt. Eine Prostituierte berichtete zunächst von Gewalt und nicht einvernehmlichem Geschlechtsverkehr bei Sex-Partys in Washington, wollte aber später keine Anzeige erstatten. Die Ermittlungen wurden eingestellt.

Sex und Macht im Mittelpunkt

Auch der IWF untersuchte 2008 eine sexuelle Beziehung seines Chefs zu einer Mitarbeiterin der Afrika-Abteilung wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs. Die Themen Sex und Macht standen auch im Mittelpunkt des Prozesses in Lille. In der "Carlton"-Affäre werfen die Kläger ihm und 13 weiteren Beschuldigten organisierte Zuhälterei vor. Es geht um Sex-Partys mit Prostituierten. Strauss-Kahn hatte zwar zugegeben, dass er bei den Partys dabei war. Er will aber nicht gewusst haben, dass die Frauen sich prostituierten. Das halten viele für wenig glaubhaft. Und so schob sich im französischen Netz des Kurznachrichtendienstes Twitter der Hashtag #Carlton rasch vor #Superbowl.

Ruhiger Eindruck am Verhandlungstag

Die Angeklagten und ihre 24 Anwälte mussten sich ihren Weg ins Gericht durch Trauben von Journalisten bahnen. Strauss-Kahn hält sich auch sonst im Gespräch: Ob mit neuer Begleiterin bei den Filmfestivals in Cannes und Deauville oder bei den French Open in Paris. Russland holte ihn als Aufsichtsrat für einen Investitionsfonds, in Serbien sollte er die Finanzen des Landes retten. Auch in Lille war der Angeklagte Strauss-Kahn gut 30 Minuten vor Prozessbeginn im Verhandlungssaal des Strafgerichtshofs kaum von einem Berater zu unterscheiden: dunkler Anzug, dunkle Krawatte. Nach außen hin machte DSK einen sehr ruhigen Eindruck.

(dpa/asc)

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