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Radio Hamburg

+++Kommentar+++

Öffentliches Stillen: Natürlich geht das!

Hamburg, 15.07.2015
Stillen, Café

Stillen in der Öffentlichkeit ist oftmals hinter vorgehaltener Hand verpönt.

Einer Frau soll das Baby beim Stillen in einem Primark in England entrissen worden sein. Warum Stillen in der Öffentlichkeit zu uns gehört...

Wie der britische  "Independent" berichtet, beschuldigt die Britin Caroline Starmer einen Security-Mitarbeiter von Primark in Leicester, ihr das 9 Monate alte Baby beim Stillen entrissen und aus dem Laden getragen zu haben. Sie habe in der Warteschlange gestanden, das Kleine haben zu schreien angefangen. Daraufhin habe sich die Frau in eine Ecke zurückgezogen, um das Kind zu stillen. Ein Security-Mitarbeiter habe ihr dann gesagt, sie solle draußen stillen. Starmer blieb sitzen, da habe ihr der Mann das Baby von der Brust gerissen und nach draußen getragen. Angeblich hat die Mutter Anzeige erstattet. Noch ist der Warheitsgehalt der Meldung nicht genau geklärt, Primark verkündet unterdessen: natürlich könne im Geschäft gestillt werden, das sei erwünscht.

Aber egal, wieviel Wahrheit an der Meldung ist, es ist nicht der erste Aufreger, der Stillenden den Schweiß auf die Stirn treibt.

 

Wenn werdende Mütter die aktuelle Diskussion verfolgen, dann können Sie schon Angst vorm Stillen bekommen oder besser vor Menschen, die dies als Belästigung ansehen. Momentan beschäftigt ein Fall in Hamburg die Gemüter: ein Busfahrer soll eine stillende Mutter des Busses verwiesen haben. Ob das so stimmt, ist nicht ganz geklärt. Weder der Busfahrer konnte ausfindig gemacht werden, noch gibt es Zeugen oder Videomaterial, auf dem dies zu sehen ist. Nichtsdestotrotz: die Hamburger Hochbahn hat deutlich gemacht, dass sie solches Verhalten grundsätzlich nicht toleriert, stillende Mütter sind natürlich in den Bussen willkommen. Wer das nicht mag, soll aussteigen. Gut so, klares Statement!

Grundsätzlich aber finde ich die Diskussion darüber schon unheimlich beklemmend. Ich bin selbst Mutter einer fast Zweijährigen, im Dezember kommt das Geschwisterkind. Was soll ich machen, wenn es plötzlich in der S-Bahn Hunger bekommt. Es schreien lassen? Ich wette, da findet sich der eine oder andere Nörgler, der sich dann bei seinem Chai Latte Caramel Macchiato gestört fühlt, sich genervt wegsetzt oder mich bittet, die Fütterung des Nachwuchses bitte auf später zu verschieben. Geht's noch?

Habt Euch nicht so!

Das ist einfach Natur pur, das kann nicht verändert, verschoben oder wegdiskutiert werden. HUNGER ist HUNGER und er kommt bei den kleinen Windelpupsern sofort, ohne Ankündigung, ohne vorherige Outlook-Termin-Absprache. 

Schön ist auch der Besuch in einem Café, in dem meist nur coole Leute verkehren und man sich erdreistet nach drei Stunden Nachtschlaf und kilometerlangem Kinderwagen-durch-die Gegend-schieben einen Tee oder wahlweise den einzigen Kaffee des Tages zu trinken. Naserümpfen, mitleidiger Blick udn dann ein gemurmeltes "kann die nicht woanders stillen oder gleich zu Hause bleiben?" NEIN!

Perfekt, ein Kindercafé!

Ich bin auch dafür, dass die Brust der Frau nicht total entblößt für jeden zu sehen ist, aber die meisten Frauen legen ein Tuch schräg über ihre Schulter. Das schützt das Kind vor äußeren Einflüssen und vor unerwünschten Blicken. Und ehrlich: es gibt nichts Natürlicheres und Einfacheres in der menschlichen Natur. Einige haben ja mittlerweile verstanden, dass Stillecken- oder räume eher geschäftsförderlich sind, denn junge Mütter warten gierig auf einen Tipp, wo sie hingehen können und ihr Nachwuchs erwünscht ist. Übrigens: auch als Mutter kann man den Milchvorrat nicht ewig in sich bunkern. Das kann ordentlich weh tun...

In einer Großstadt wie Hamburg gibt es viele kinderfreundliche Cafés und Restaurant, auf die man ausweichen kann, im Umland allerdings sieht es damit spärlich aus. Ich kann z.B. das Kindercafé in Ottensen empfehlen. Da kann nicht nur in Ruhe gestillt werden, sondern wenn die Kleinen etwas größer sind, gibt's da auch jede Menge zum Spielen.

Das Kindercafé

Fischers Allee 78
22763 Hamburg-Ottensen
Tel: 040 - 18 12 32 65
www.das-kindercafe.de
E-Mail:  info@das-kindercafe.de

Cafe SternChance

 
Schröderstiftstraße 7
Nähe Sternschanzen Park
20146 Hamburg
Telefon: 040/ 43281894
www.sternchance.de

 

Lieber rauchen als stillen?

Natürlich habe ich auch meine Erfahrungen mit Still-Fanatikern gemacht. Das ist auch nicht schön. Da wird jedes Fläschchen verpönt, das man mal gibt, jeder Tag, den man das Kind eher abstillt in die "Fehler deines Lebens"-Liste rot eingetragen, aber die meisten Frauen sind so nicht. Ich habe mich immer nur gefreut, meine Tochter beruhigen zu können und sie dann nach ca 15 Minuten selig schlummernd in den Kinderwagen legen zu können. Keiner muss mich dabei anschauen, das Kind ist leise. Und wem es nicht gefällt, der soll nicht hinschauen. So einfach ist das!

Ich bin auch kein Freund von Zigarettenrauch in der Öffentlichkeit, aber es steht mir nicht zu, die Leute darauf hinzuweisen, bitte woanders hinzugehen. Dann ist es mein Problem, sich woanders hinzusetzen. Und scheinbar, und das ist bitter, wird das Rauchen und Trinken in der Öffentlichkeit, mehr toleriert, als eine stillende Mutter und ein kleines Baby. Armes Deutschland!

Wie seht Ihr das? Postet gern Eure Meinung hier in den Kommentaren...

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