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Radio Hamburg

Von Münchhausen bis Gert Postel

Diese Hochstapler haben es in sich

Hamburg, 17.06.2015
RHH - Expired Image

Baron Münchhausen ist wohl der bekannteste Hochstapler.

Eine falsche Lehrerin macht derzeit Schlagzeilen. Aber welche bekannten Hochstapler gibt es noch?

Ho̱ch·stap·ler, Ho̱ch·stap·le·rin 

Substantiv  [der ]

Person, die betrügerisch eine hohe gesellschaftliche Stellung vortäuscht, um daraus Vorteile zu ziehen.

So steht es jedenfalls im Duden und wertfrei betrachtet muss ich schon sagen: Respekt vor all den Menschen, die es schaffen, jahrelang den schönen Schein zu wahren, Menschen zu täuschen und selbst scheinbar ohne große Gewissenbisse den Tag zu überstehen. Ich könnte das nicht, hätte ständig Angst, in meinem Lügengeflecht zu stolpern und aufzufliegen. Aber das schein nicht allen Menschen so zu gehen.

Bestes Beispiel aktuell ist eine "Lehrerin", die unter anderem in Schleswig-Holstein jahrelang als Beamtin tätig war, aber weder einen Hochschulabschluss noch ein Diplom als Lehrerin hat. Da frage ich mich: wie geht das? Muss sie nicht auch Zeugnisse vorzeigen? Gut, sie soll wohl an die 20 Unterschriften und offizielle Stempel gefälscht haben, ständig die Schulen gewechselt haben, aber ist das ein anstrebenswertes Berufsleben oder Leben überhaupt? Man betrügt ja nicht allein Kollegen, sondern auch die Familie.

Lest auch: Jahrzehntelange Täuschung: Urteil gegen "falsche Lehrerin" erwartet

Sie unterrichtete in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein. Jahrzehntelang - un ...

 

Lügen, dass sich die Balken biegen

Daher hat mich interessiert: Ist die Dame ein Einzelfall? Und was soll ich Euch sagen: natürlich nicht! Immer wieder tauchen falsche Ärzte oder Millionäre auf, die ganze Menschengruppen über Jahre täuschen, angefangen vom Lügenbaron schlechthin - Münchhausen bis hin zu einer Hamburger Ärztin, die jahrelang Kinder diagnostizierte und behandelte. Aber lest selbst...

Hochstapler

Lügen, dass sich die Balken biegen

  • Baron Münchhausen:

    Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen lebte im 18 Jahrhundert und war ein Adliger und berühmt gewordene Geschichtenerzähler aus der schwarzen Linie des Adelsgeschlechts der Münchhausen. Er erfand die unglaublichsten Geschichten und seine Leben wurde schon mehrfach verfilmt unter anderem mit Hans Albers oder Jan-Josef Liefers in der Hauptrolle des Barons.

    Seine Geschichten: Münchhausen reitet auf einer Kanonenkugel über eine belagerte Stadt, inspiziert die feindlichen Stellungen und steigt kurzerhand auf eine in die Gegenrichtung fliegende Kugel um. Oder: Münchhausen zieht sich samt Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf.

  • Gerd Postel:

    Er lebt in Bremen, besuchte eine Hauptschule, wurde Postbote, lebte aber lange Jahre als angesehener Arzt. Obwohl er niemals ein Medizinstudium absolviert hatte, bewarb sich Postel unter dem Namen Dr. med. Dr. phil. Clemens Bartholdy  im September 1982 um die Stelle des stellvertretenden Amtsarztes im Gesundheitsamt der Stadt Flensburg und wurde eingestellt. 1983 flog er auf, schaffte es aber unter seinem richtigen namen wieder Oberarzt im Maßregelvollzug in Leipzig zu werden. 1997 tauchte er unter, 1999 wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt.

  • Cornelia E.:

    Von 2002 bis 2007 arbeitete sie als Kinderärztin in Hamburg, war aber gar keine. Cornelia E. scheiterte mehrfach am "Medizinertest", studierte aber einfach weiter, mogelte sich durch die Instanzen und fälschte Papiere. Am 12. Dezember 2002 erhielt sie aufgrund der gefälschten Gesamtnote "gut" die Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des ärztlichen Berufes als "Ärztin im Praktikum". Als das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) eine Mitarbeiterin für eine neu gegründete HIV-Ambulanz suchte, war sie die erste Wahl. Das Kuriose: Cornelia E. war wirklich eine gute Ärztin: kompetent, von den Kollegen geachtet, von den Patienten geschätzt, aber eben ohne wirklich Ärztin zu sein.

    Sie wurde wurde zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

  • Ingo K.-P.:

    Er lebt eigentlich im niedersächsischen Bremervörde und war weder RTL-Unterhaltungschef, ein Patenkind des Papstes oder gar Millionär - dafür gab es sich nämlich gern wahlweise aus. Mit seinem Ehemann ist er zum Serien-Hochstapler geworden, hat Wohnungen und Villen, ein Stadtpalais an der Elbchaussee für etwa für 5,6 Millionen Euro ergaunert. Er fälschte regelmäßig Kontoauszüge, um so als liquide aufzutreten. Er selbst meinte, er hätte einen "bipolare Störung", er müsse zwanghaft schwindeln. Sogar im Blankeneser Hotel Louis C. Jacob setzte er seine Hochstaplerei fort als er seinen Freund dort mit einem rauschenden Fest im Wert von 35.000 Euro heiratete und nichts bezahlte.

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