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Radio Hamburg

"Hatespeech"

Facebook äußert sich zu Hetzattacken gegen Flüchtlinge

Berlin, 08.09.2015
RHH - Expired Image

Facebook will im Zweifel für den Angeklagten stimmen, wolle jedoch die Meldungen genauer überprüfen. 

Lange haben sie sich gedrückt, nun hat sich Facebook zu den Hetzattacken bei der Plattform geäußert. 

Menschen fliehen aus Kriegsländern wie Syrien, um in Deutschland und Österreich eine bessere Zukunft zu haben. Doch werden sie nicht, wie deutsche Wirtschaftsflüchtlinge im Jahr 1989, mit offenen Armen empfangen. Rechtsextreme nutzen immer öfter soziale Netzwerke wie Facebook, um ihre eigene Intoleranz und ihren Hass gegenüber Ausländern zu verbreiten. Radikale Äußerungen kommen unglücklicherweise jedoch nicht nur von bekennenden Rechtsextremen, sondern auch von denen, die bisher behaupteten, tolerant zu sein mit Sätzen wie "Ich bin ja kein Nazi, aber...".

Hatespeech bei Facebook

Dieser sogenannten "Hatespeech" hat Facebook bisher noch nicht entgegengewirkt. Zwar gibt es bei der Plattform die Möglichkeit, eine Seite oder einen Beitrag zu melden, jedoch wird dieser zumeist nicht von Menschen überprüft, sondern von Maschinen, die nach bestimmten Begriffen suchen. Meldete man bisher also radikale Beiträge und Seiten bekamen Nutzer die Meldung, der Inhalt verstoße nicht gegen die Richtlinien.

Facebook-Aktualisierung

Herumgedruckse und Eingeständnisse

Nun hat sich das Unternehmen erstmals zu den von Medienberichten bezeichneten Fehlentscheidungen geäußert. In dem Berliner Hotel de Rome haben sich die Facebook-Sprecher Eva-Maria Kirschsieper, Tina Kulow, die aus Irland eingeflogene Managerin Ciara Lyden und ihre Kollegin Julie de Bailliencourt den Fragen von gut einem Dutzend Journalisten gestellt. "Ja, wir haben Fehler gemacht!", beginnt Kulow die Pressekonferenz. Besonders wichtig sei den Unternehmensverantwortlichen die aus der Hatespeech resultierenden Problematik. Hatespeech sei laut Lyden und de Balliencourt nicht klar definiert, denn oft handle es sich nur um Flamespeech - verachtende und beleidigende Äußerungen. Außerdem sei bei den Kommentaren nicht immer heraus zuerkennen, ob es sich tatsächlich um Hass oder Zynismus handelt. Ein Problem stellt außerdem die Spezialisierung der Mitarbeiter dar. Zwar verfüge das Unternehmen über genügend Mitarbeiter, jedoch sind sie nicht alle gleich qualifiziert. Weitere Fragen dazu wurden weniger offen diskutiert, als die Angabe der gemeldeten Seiten und Kommentare: Pro Woche kommen mehrere Millionen Meldungen. Doch kann das Personal diese Flut an Meldungen bewerkstelligen? Laut dem Unternehmen ja: "Wir haben genug Leute, die die Reports aus Deutschland ziemlich zeitnah bearbeiten." - Medienberichten zufolge treffen jedoch nicht immer die Menschen die Entscheidung, ob ein Inhalt unangebracht oder rassistisch ist. Oftmals würden die Meldungen durch ein System laufen, das nach bestimmten Begriffen sucht, die einen Inhalt verdächtig machen würden.

Im Zweifel für den Angeklagten

Zwar sei sich Facebook bewusst über ihre besondere Verantwortung, doch sie seien nicht verantwortlich für die momentane Situation in der deutschen Gesellschaft. "Die Lösung kann nicht sein, dass man Menschen das Sprachrohr nimmt", so Kirschsieper. Im Zweifel für den Angeklagten - nach dieser Devise ginge man auch in Zukunft mit dem Thema Hatespeech um. Zusammenfassend: Man schaut sich auf jeden Fall alles genau an...