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Radio Hamburg

Babypuder soll Krebs hervorgerufen haben

Pharma-Riese muss Rekordsumme zahlen

Hamburg, 23.08.2017
Babypuder

Babypuder von Johnson & Johnson soll bei Eva Echeverria Krebs ausgelöst haben.

Eva Echeverria wird den Kampf gegen den Eierstock-Krebs verlieren. Gegen den Pharma-Konzern, dessen Babypuder sie krank gemacht hat, hat sie jetzt aber gewonnen.

Es klingt unvorstellbar, denn jeder von uns hatte es schon mal in der Hand: Babypuder. Ob für die Kleinsten oder selbst benutzt zur Schweißvermeidung. Es soll krebserregend sein. Jedenfalls ein Produkt des Pharma-Riesen Johnson & Johnson. 

Eva Echeverria ist an Eierstock-Krebs erkrankt und hat dem Konzern die Schuld daran gegeben. Nun haben ihr die Richter recht gegeben und ein unglaubliches Urteil verhängt. Das Gericht war der Ansicht, dass den Pharma-Riesen die Schuld treffe und so muss dieser nun eine Summe von 70 Millionen US-Dollar (etwa 60 Millionen Euro) Schmerzensgeld, sowie einen Strafschadensersatz in Höhe von 347 Millionen US-Dollar (295 Millionen Euro) zahlen.

Für Eva ist das zwar Gerechtigkeit, aber ein kleiner Trost - sie hätte lieber ihre Gesundheit wiederbekommen, denn ihre Krebserkrankung ist so heftig, dass ihr die Ärzte keine Hoffnung auf eine Heilung machen können. Selbst für die Verhandlung war sie zu schwach, konnte nur per Video-Stream ins Gericht geschaltet werden. Sie benutzte das Puder bereits seit ihrem 11. Lebensjahr, hauptsächlich zur Intim-Hygiene. Sie beteuert, wenn es einen Warnhinweis auf dem Produkt gegeben hätte, hätte sie es keinesfalls benutzt. Derzeit sind über 4.000 Klagen gegen den Pharma-Konzern anhängig. Das Urteil wird als besonderer Meilenstein im Verbraucherschutz in den USA betrachtet.

 

(aba)