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Radio Hamburg

Was haltet Ihr vom Urteil?

Raser wegen Mordes verurteilt - Eure Meinung

Berlin/Hamburg, 28.02.2017
Raser Berlin

Einer der verurteilten Raser im Berliner Gerichtssaal.

Zwei Autoraser sind in Berlin wegen Mordes verurteilt worden. Ist Euch das Urteil zu krass oder gerecht? Stimmt ab!

Zuschauer schreien überrascht auf, die Angeklagten stehen wie vom Schlag getroffen: Erstmals in Deutschland sind zwei Raser nach einem illegalen Rennen mit tödlichem Ausgang des Mordes schuldig gesprochen worden. Lebenslange Freiheitsstrafen verhängt das Berliner Landgericht am Montag. Lebenslang solle den beiden als Ku'damm-Raser bekannt gewordenen Männern, 28 und 25 Jahre alt, der Führerschein entzogen werden. Die Verteidigung kündigte Revision an.
Der 25-Jährige setzt sich langsam. Sein Blick geht ins Leere. Er stützt den kahlen Kopf auf. Der 28-Jährige bleibt zunächst stehen. Fassungslos wirkt der schmale Mann und wütend. Dann bricht es aus ihm heraus: "Was wollt ihr denn? Was soll das Ganze? Was soll ich mir das noch anhören." Noch minutenlang steht er während der Urteilsbegründung.

So begründet der Richter das Urteil

 

"Es ist immer eine Einzelfallenscheidung», beginnt Richter Ralph Ehestädt. Persönlichkeit der Täter, Motivation, Tatumstände. Die Gesamtschau führe zum Urteil. Die Angeklagten hätten einen tödlichen Ausgang des Rennens natürlich nicht gewollt. «Aber wir reden hier von einem bedingten Vorsatz." Davon, dass sie die Folgen "billigend in Kauf" genommen hätten. Mit bis zu 170 Stundenkilometer seien die Angeklagten gerast - "nicht auf einer Landstraße, sondern auf dem Kurfürstendamm, einer Hauptverkehrsstraße in der City". Das Tempo spielt die besondere Rolle bei der Entscheidung. Es habe die beiden Sportwagen zu Tatwaffen, zu "gemeingefährlichen Mitteln" werden lassen, so das Gericht. "Es wurde mit Vollgas gefahren", sagt Ehestädt. Ob jemand von rechts kommt, sei nicht mehr einsehbar gewesen für die Raser. "Keine Chance für die Raser zu handeln." Und keine Chance für das Opfer.

So geschah der tödliche Unfall

 

Ein Unfallort, den Zeugen später als Schlachtfeld beschreiben. Bei Grün rollt ein kleiner Jeep am 1. Februar 2016 gegen 0.40 Uhr an der Tauentzienstraße auf die Kreuzung. Die beiden PS-starken Sportwagen - beide Fahrer sind bereits mehrfach wegen Delikten im Straßenverkehr aufgefallen - nähern sich rasend. Mit mindestens Tempo 160 rammt der 28-Jährige den Jeep. 72 Meter weit wird der pinkfarbene Geländewagen geschleudert. Der 69 Jahre alte Fahrer stirbt in seinem Auto. Im März klickten für die beiden Raser die Handschellen.

(aba/dpa)