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Radio Hamburg

Martin N. vermutlich schuldfähig

"Maskenmann"-Prozess

Der Prozess gegen den dreifachen Kindsmörder Martin N. beginnt am Montag (10.10.2011).

Stade - Der wegen dreifachen Kindsmordes angeklagte Martin N. ist offenbar schuldfähig. Es liegen laut einem psychologischen Gutachtens, welches dem NDR Fernsehen vorliegt, keine Voraussetzungen für eine verminderte Schuldfähigkeit oder eine Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störung vor.

Prozessbeginn

Von Montag (10.10.2011) an muss sich Martin N. vor dem Landgericht Stade verantworten. Ihm werden die Morde an dem 13-jährigen Stefan, dem achtjährigen Dennis und dem neunjährigen Dennis zur Last gelegt.  
Darüber hinaus ist er in 20 Fällen wegen sexueller Misshandlung angeklagt.

Der heute 40-Jährige ist vermummt in Schullandheime, Zeltlager und Wohn­häuser geschlichen und hat dort mehr als 40 Jungen sexuell misshandelt. In den Medien wurde er als "Maskenmann" bezeichnet. Im April 2011 gestand er nach seiner Festnahme die drei Morde und rund 40 Missbrauchsfälle. Fast 20 Jahre lang ist nach dem Maskenmann gefahndet worden bis er in seiner Harburger Wohnung festgenommen werden konnte.
Jahrelang hat der Erzieher ein Doppelleben geführt - Bekannte sollen ihn als nett, intelligent und hilfsbereit beschrieben haben.

Schwere Vorwürfe gegen die Behörden

Zum Prozessauftakt werden schwere Vorwürfe gegen zwei Ermittlungsbehörden erhoben. Es soll gleich mehrere Pannen gegeben haben, berichtet der NDR. Polizei und Staatsanwaltschaft in Bremen und Bremervörde sollen demnach Akten vernichten haben, obwohl die entsprechenden Taten zu dem Zeitpunkt noch nicht verjäht gewesen sind. Konkret geht es um die Misshandlungen von zwei Jungen
Außerdem haben sich besorgte Eltern nach einer Serie von Kindesmisshandlungen mit einer Warnung an die Öffentlichkeit wenden wollen. Das sei abgelehnt worden, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern.