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Radio Hamburg

Täterfahndung

Größter DNS-Massentest in Schleswig-Holstein startet

Kiel, 18.05.2012

Die Kieler Polizei läutet den bisher größten DNS-Massentest Schleswig-Holsteins ein. 3.000 Männer sind aufgerufen, freiwillig eine Probe abzugeben. 

Nach einem tödlichen Raubüberfall ruft die Kieler Polizei mehr als 3.000 Männer zur Speichelprobe auf und läutet damit den bisher größten DNS-Massentest Schleswig-Holsteins ein. Die Fahnder erhoffen sich Hinweise auf mindestens einen der beiden Tatverdächtigen.

Vier brutale Raubüberfälle begangen

Zwei maskierte Männer hatten im Februar 2011 am späten Abend ein älteres Ehepaar in seiner Wohnung im Kieler Stadtteil Schilksee überfallen. Die Unbekannten bedrohten die beiden 82-Jährigen mit einer Schusswaffe und raubten sie aus. Dabei brach die Ehefrau zusammen und starb. Die Ermittlungen in diesem Fall und in drei anderen Raubüberfällen zwischen September 2010 und Februar 2011 blieben bislang ohne heiße Spur. Anwohnerbefragungen, Zeugenvernehmungen, die Auswertung von Spuren und auch die Suche über die Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" halfen den Fahndern nicht weiter. Ermittler des Landeskriminalamts erstellten aber ein Täterprofil. Sie gehen davon aus, dass mindestens einer der Täter einen Bezug zum Norden Kiels hat oder dort wohnte oder wohnt.

DNS-Massentest ist letztes Mitel zur Täterüberführung

Deshalb sollen nun an den ersten beiden Juni-Wochenenden Männer zwischen 16 und 35 Jahren, die in den vergangenen fünf Jahren in den nördlichen Stadtteilen gelebt haben, zum Test antreten. Es dürfte mehrere Wochen dauern, bis die Ergebnisse vorlägen, sagte ein Polizeisprecher. Die Massentests sind aufwendig und werden meist als letztes Mittel eingesetzt, wenn alle anderen Spuren im Sande verlaufen.

So suchten im Februar dieses Jahres Ermittler im Kreis Herzogtum Lauenburg mit einer DNS-Reihenuntersuchung nach einem Vergewaltiger. Fast 800 Männer gaben freiwillig eine Probe ab, die Auswertung ist aber nach Polizeiangaben vom Freitag noch nicht abgeschlossen. 2010 rief die Lübecker Kriminalpolizei mehr als 2200 Männer aus der Umgebung von Reinfeld und Bad Oldesloe im Kreis Stormarn auf, Speichelproben abzugeben. Die Hoffnung war, mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks den Mord an einer Schülerin aus dem Jahr 1985 aufzuklären. Bislang liegen noch keine Ergebnisse vor.

(dpa)