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Radio Hamburg

AKW Brokdorf

Kernschmelze jederzeit möglich

Kiel, 07.02.2013
AKW Brokdorf

Im AKW Brokdorf kann eine Kernschmelze jederzeit möglich sein.

21 mögliche Szenarien können laut einem Gutachter zu einer möglichen Kernschmelze im AKW Brokdorf führen.

Atomkraftgegner fordern die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerkes Brokdorf wegen unzureichender Sicherheitssysteme der Anlage an der Elbe. "Das AKW Brokdorf stellt für ganz Norddeutschland ein gewaltiges Sicherheitsrisiko dar", sagte der Sprecher der Initiative ".ausgestrahlt", Jochen Stay, am Donnerstag mit Blick auf eine Gutachter-Studie.

21 mögliche Unfallszenarien

Darin listet der mittlerweile pensionierte Leiter der Unterabteilung für Sicherheit kerntechnischer Anlagen der Bundesatomaufsicht 21 mögliche Unfallszenarien auf, die zu einer Kernschmelze führen können. Brokdorf soll noch bis zum Jahr 2021 laufen. Schleswig-Holsteins für Atomaufsicht zuständiger Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sagte der dpa, "gravierende Mängel sind derzeit nicht bekannt. Sollten solche vorliegen, würde die Atomaufsicht sofort einschreiten." Risiken könnten jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Die Atomaufsicht werde das Gutachten sorgfältig auswerten.

Majer führt darin als mögliche Gründe für eine Kernschmelze unter anderem einen totalen Stromausfall, eine Überflutung der Anlage durch Hochwasser, einen heftigen Blitzeinschlag oder auch Cyberattacken an. "Programmierbare Steuerungen sind durch intelligente Täter angreifbar", sagte er. Außerdem könnten große Verkehrsmaschinen wie der Airbus A380 den Sicherheitsbehälter durchschlagen. Majer arbeitete bis zum Sommer 2011 in der Bundesatomaufsicht. In Brokdorf selbst war er zuletzt eigenen Angaben zufolge vor etwa fünf Jahren.

Umfangreiche Nachrüstungen gefordert

Der Diplom-Ingenieur fordert umfangreiche Nachrüstungen des Atommeilers, unter anderem die Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie eine zusätzliche Absicherung der sechs Notstrom-Stränge des AKW durch größere Batteriekapazitäten. Die Kosten dafür liegen nach seiner Einschätzung im dreistelligen Millionenbereich. "Denn das Atomkraftwerk Brokdorf ist gegen zahlreiche Unfallszenarien nicht oder nur unzureichend geschützt", sagte Majer. Es entspreche nicht dem im Atomgesetz formulierten Stand von Wissenschaft und Technik. Der Politik warf Majer vor, bestimmte Risiken bewusst auszublenden. So mache das von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) vorgelegte neue kerntechnische Regelwerk  erhebliche Abstriche gegenüber vorherigen Versionen.

Initiativen-Sprecher Stay kritisierte, der Meiler in Brokdorf verursache im Vergleich zu den übrigen noch am Netz befindlichen Anlagen die meisten Pannen. "Das Kraftwerk wird für die Stromversorgung im Norden zudem überhaupt nicht mehr benötigt." Schleswig-Holsteins Atomaufsicht müsse die Betreiber Eon und Vattenfall zu entsprechenden Nachrüstungen verpflichten. Unterstützung kam von den Grünen. Deren energiepolitischer Sprecher, Detlef Matthiessen, forderte eine Überprüfung der im Gutachten aufgeführten Risiken: "Wenn dabei neue Risiken identifiziert werden, muss die Atomaufsicht entsprechende Auflagen für Nachrüstung gegenüber den Betreibern verhängen."

(dpa / ste)

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