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Radio Hamburg

Kein Geld für Sanierung

Schlagloch-Wahnsinn in Schleswig-Holstein

Kiel, 11.02.2013
Marjan Stössner, Altona, Schlagloch

In Schleswig-Holstein reiht sich Schlagloch an Schlagloch.

Der häufige Wechsel zwischen Frost und Tauwetter hat den Straßen zugesetzt. Vor allem Schleswig-Holstein ist davon stark betroffen.

Der Winter geht seinem Ende entgegen. Doch Eis und Schnee haben ihre Spuren hinterlassen. Tiefe Schlaglöcher machen den Autofahrern das Leben schwer. Vor allem der häufige Wechsel zwischen Frost und Tauwetter hat den Verkehrswegen geschadet. Geschwindigkeitsbegrenzungen, Warnschilder und im Notfall sogar Straßensperrungen sollen vor größeren Fahrzeugschäden  schützen.

Hoffnung auf baldige Besserung macht der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV), Torsten Conradt, nicht. "Schon bei der letzten Erfassung galt ein gutes Viertel der Landesstraßen als sanierungsbedürftig", sagte Conradt der Nachrichtenagentur dpa. Das war 2009. Der Rechnungshof habe bereits vor einigen Jahren gesagt, dass rund 100 Millionen Euro zur
Ausbesserung der Landesstraßen fehlten. "Und der Bedarf ist sicherlich nicht weniger geworden." Das Landesstraßennetz sei daher in einer kritischen Situation. Ähnlich sehe es bei den kommunalen Straßen aus.

Straße wegen Schlaglöchern gesperrt

Im Kreis Lauenburg musste eine Landesstraße auf einer Strecke von zwölf Kilometern sogar gesperrt werden, weil sie nicht mehr verkehrssicher war. Ein Einzelfall? Noch ja. "Eine Vollsperrung ist selten und extrem, aber grundsätzlich ausschließen kann man sie nicht", sagte Conradt. Besonders im Südosten und im Norden des Landes seien die Straßen in einem schlechten Zustand.

Zehn Jahre dauert es Schätzungen zufolge, bis das Landesstraßennetz einmal durchsaniert wäre - vorausgesetzt es gibt genug Geld. Das ist allerdings nicht da. Die rot-grün-blaue Landesregierung hat die Aufstockung der Mittel für den Straßenbau im Koalitionsvertrag sogar zurückgenommen. "Die Mittel sind eher auf dem abfallenden Ast", sagte Conradt. Rund 14,5 Millionen Euro sind für den Erhalt der 3.600 Kilometer Landesstraßen pro Jahr vorgesehen. Nach Schätzung des LBV-Direktors wären aber 20 Millionen Euro pro Jahr nötig - und das Geld reichte auch erst dann, wenn die Straßen einmal wieder in Ordnung gebracht worden wären. Denn eine Straßenbefestigung hält im Schnitt 10 bis 15 Jahre.

Mehr Geld vom Bund

Der Bund stellt für die Sanierung seiner Straßen deutlich mehr Geld bereit. Zurzeit gebe es für die 530 Kilometer Autobahn und 1600 Kilometer Bundesstraßen in Schleswig-Holstein 50 bis 60 Millionen Euro im Jahr, sagte Conradt. Tendenz steigend. Und auch wenn eine Autobahn deutlich breiter ist als eine Landesstraße - das sei viel mehr Geld für viel weniger Straße. "Der Bund setzt ganz massiv auf Erhaltung." Mehr Mittel vom Land wird es künftig nicht geben, daher werden mit dem zuständigen Wirtschaftsministerium Gespräche geführt, wie das Geld eingesetzt werden kann. Denkbar wäre etwa die Absenkung von Standards, indem etwa weniger Aufwand bei den Markierungen betrieben werde. Oder auch, dass künftig nicht mehr alle Straßenschäden ausgebessert werden, auch abhängig von der Bedeutung der Straße. 

Auch in Hamburg hatte es zuletzt immer wieder Aufregung um Straßenschäden gegeben. Die Wirtschaftsbehörde verwies in dem Zusammenhang darauf, dass sich die Sanierung des Straßennetzes verzögere, weil es bei den Bezirken an Ingenieuren fehle.

(dpa/aba)

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