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Radio Hamburg

Alarmierend: In Storman wird am meisten eingestiegen

Einbrüche steigen in Schleswig-Holstein weiter an

Kiel, 16.01.2013
Einbruch Rolladen hochschieben

Im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein steigen die Einbrüche besonders stark an.

Die Einbruchskriminalität in Schleswig-Holstein macht der Polizei immer mehr zu schaffen. Die Zahl steigt stetig an.

Gerade in der dunklen und trüben Jahreszeit keine gute Nachricht. Seit 2007 stiegen die Einbrüche in Niedersachsen von 5.589 auf 7.318 im Jahr 2011. "Und im gerade zu Ende gegangenen Jahr ist die Zahl weiter gestiegen, während die Aufklärungsquote zurückging", bestätigte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes am Mittwoch in Kiel einen Bericht der "Kieler Nachrichten". Zahlen nannte sie nicht. Die Jahresstatistik 2012 wird erst später veröffentlicht.

Gemeinsam gegen Einbrecher

Um die Zunahme an Einbrüchen zu stoppen, potenzielle Täter abzuschrecken und die Aufklärungsquote (12,6 Prozent in 2011) zu erhöhen, setzt das Landeskriminalamt seit vergangenen Oktober auf ein neues Konzept. Dabei kooperieren alle beteiligten Polizeidienststellen - auch außerhalb Schleswig-Holsteins. Das reiche von der Tatortaufnahme über eine zentrale Auswertung aller gefertigten Anzeigen und Hinweise aus Ermittlungserkenntnissen und Streifentätigkeit, erläuterte die Polizeisprecherin. So solle gezielt Bandenkriminalität besser verfolgt werden. Dabei stehe zunächst die Verbesserung der Tatortarbeit im Fokus, so durch ausführliche Zeugenbefragungen und professionelle Spurensicherungsarbeit.

Neue Methoden, um den Tätern auf die Spur zu kommen

Aus Kontrollen - etwa an Hauptverkehrswegen - werden Erkenntnisse über verdächtige Personen und Fahrzeuge an die zentrale Auswertestelle weitergeleitet, die alle Informationen zusammenführt. So ließen sich bestimmte Muster hinsichtlich Ort, Zeiten, Tatbegehungsweise möglicherweise schon bekannten Gruppierungen zuordnen. 

Die meisten Einbrüche in Stormarn

Einen besonders massiven Anstieg an Einbrüchen gab es im Kreis Stormarn - von 616 Fällen (2007) auf 866 (2011). Dies liege offensichtlich daran, dass der Kreis zum Speckgürtel um Hamburg
gehöre, meinte die Polizeisprecherin. Nähere Erkenntnisse darüber, ob eine ausgeweitete Bandenkriminalität oder Beschaffungsdelikte von Drogenabhängigen Ursache dieser Entwicklung sei, habe die Polizei nicht.

Anti-Einbruch-Tipps

So schützt Ihr Euer Zuhause

  • Türen: Auch wenn Ihr Haus oder Wohnung nur kurzzeitig verlasst: Zieht die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließt sie auch immer zweifach ab. Ansonsten kann auch ein Ungeübter schon mit einer normalen EC- oder Kredit-Karte Zutritt zu Eurem Zuhause bekommen.

  • Versteckt Euren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen. Einbrecher kennen jedes Versteck.

  • Wenn Euch der Schlüssel abhanden gekommen ist, wechselt umgehend den Schließzylinder aus. Am besten dann ein Schlüssel- und Schlosssystem kaufen, das registrierte Schlüssel hat. So ist ein eventueller Diebstahl der Schlüssel nachzuverfolgen, wenn sie wieder auftauchen.

  • Lasst bitte bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel niemals innen stecken. Schnell kann die Tür eingeschlagen und der Schlüssel abgezogen werden.

  • Nachrüsten lohnt sich oder wenn Ihr gerade eine neue Haustür kaufen wollt, dann denkt unbedingt an einen Türspion und eine Türkette. Für einen guten Spion zahlt Ihr ca. 20 Euro, einen massive Kette kostet ca. 30 Euro. Somit wisst Ihr immer, was Euch vor Eurer Haustür erwartet.

  • Fenster: Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen. Ein Einbrecher öffnet ein handelsübliches Fenster in ca. 10 Sekunden. Ein Zusatzschloss mit Verriegelungspunkten lohnt sich auf alle Fälle. Es ist beim Ankippen immer noch mit dem Rahmen verbunden und standhaft gegen Druck- und Aufhebelungsversuche. Kosten: ca.30-50 Euro.

  • Rollläden sollten zur Nachtzeit und keinesfalls tagsüber geschlossen werden, damit sie nicht sofort Eure Abwesenheit signalisieren. Empfehlenswert sind in jedem Falle geprüfte einbruchhemmende Rollläden der Widerstandsklasse 2. Ansonsten könnt Ihr auch Zusatzsicherungen wie bei einem Fenster nachträglich einbauen, um das Hochschieben zu vereiteln.

  • Wertsachen : Sollte es der Einbrecher dann doch in Euer Zuhause geschafft haben, sichert vorsorglich Eure wertvollen Sachen. Lasst sie nicht offen herumliegen, sondern bewahrt diese in einem Tresor auf. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist ein guter Anlaufpunkt, um zu erfahren, was man braucht und was einfach Geldschneiderei wäre. In Hamburg findet Ihr diese in der Caffamacherreihe 4.
     

  • Wertsachen : Wichtige Dokumente, die Ihr nur selten in Gebrauch habt (Kaufverträge, Testament) sollten nicht zu Hause aufbewahrt werden. Die gehören z.B in ein Bankschließfach (ca. 80 Euro Jahresmiete, variiert von Bank zu Bank) oder können auch beim Notar oder Anwalt verwahrt werden.

  • Auto, Motorrad, Fahrrad : Für alle gilt, dass Ihr unbedingt immer den Schlüssel abziehen müsst, bei den beiden Erstgenannten auch immer das Lenkradschloss einrasten lassen. Nie Wertsachen im Auto liegen lassen. Euer Fahrrad kennzeichnet Ihr am besten am Rahmen und ladet Euch gleich hier den Fahrradpass runter. Da schreibt Ihr die Rahmennummer und die individuellen Merkmale Eures Fahrrads rein. Im Schadensfall ermöglicht der Fahrradpass so eine rasche und zielgerichtete Fahndung durch die Polizei.

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