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Radio Hamburg

Kritik an Drogeriekette

Budnikowsky zieht Dresscode-Empfehlung zurück

Hamburg, 26.03.2013
Budnikowsky

Die Drogeriemarktkette hat nach Protesten seine Empfehlung für das Erscheinungsbild zurückgezogen.

Laut Hamburger Abendblatt macht Budnikowsky seinen Mitarbeitern Vorschriften zum Erscheinungsbild. Nun äußern sich Verdi und der Budni-Chef bei uns dazu.

Bei der Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky herrscht Unverständnis über einen Bericht des Hamburger Abendblatts. Nach Angaben der Zeitung macht das Unternehmen seinen Mitarbeitern penible Vorschriften zum äußeren Erscheinungsbild: Unrasierte Beine, Zungenpiercings oder pink gefärbte Haare sind demnach nicht erwünscht. Für die Gewerkschaft Verdi sind solche Vorschriften zu starke Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter.

"Es ist nur eine Empfehlung"

Inzwischen hat die Drogeriemarktkette ihre schriftlichen Empfehlungen zurückgezogen. Wir haben mit Cord Wöhlke, Chef von Budnikowsky, gesprochen und gefragt, warum es überhaupt so eine Vorschrift gegeben hat:

"Diese Bekleidungsempfehlung war eine Orientierungshilfe, die manche Menschen auch brauchen. Sie haben uns ja gefragt: wie soll ich kommen, wenn ich morgen anfange. Wir haben ja Menschen mit Piercings, Tattoos - wir stehen für Toleranz. Also das ist wirklich unverständlich."

Doch die Frage bleibt, wie weitreichend darf ein Arbeitgeber seinen Angestellten Vorschriften zum Erscheinungsbild machen? André Kretschmar von Verdi erklärt dazu:

"Erstmal gilt ja das Direktionsrecht des Arbeitgebers. Er kann natürlich verlangen, dass ich ein bestimmtes Äußeres an den Tag lege. Aber das hat, finde ich, auch ganz starke Grenzen. Ein Kontrollmechanismus wäre da wirklich eine betriebliche Interessenvertretung."

(gh/aba)