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Radio Hamburg

Mutter tötet ihre fünf Babys

Prozess beginnt am Montag in Flensburg

Flensburg, 11.03.2013

Dieser Prozess zieht große Aufmerksamkeit auf sich: In Flensburg steht eine Mutter vor Gericht, die gestanden hat, fünf ihrer Babys getötet zu haben.

Warum tötet eine Mutter fünf ihrer Kinder direkt nach der Geburt? Warum bemerkt niemand aus ihrem Umfeld die Schwangerschaften? Um diese Fragen wird es heute vor dem Schwurgericht in Flensburg gehen. Dann steht eine 29 Jahre alte Frau aus Husum wegen Totschlags in fünf Fällen vor den Richtern.

Die Frau hatte im September die Tötung ihrer Kinder in den Jahren zwischen 2006 und 2012 gestanden. Als Grund nannte sie Angst davor, ihren Mann zu verlieren. Der habe keine weiteren Kinder gewollt - vermutlich, um den bescheidenen Wohlstand des Paares, das bereits zwei Kinder hatte, nicht zu gefährden. Die Kinder habe sie in zwei Fällen zu Hause, in drei Fällen im Wald geboren.

Unbegreifliche Taten

Eine Leiche wurde 2006 in einer Papiersortieranlage in Ahrenshöft in Nordfriesland gefunden, eine andere 2007 an der B201 im Kreis Schleswig-Flensburg. Zu den Überresten dreier weiterer Kinder im Keller ihres Wohnhauses führte die Frau die Ermittler im September selbst.

Ehemann will Schwangerschaften nicht bemerkt haben

"Niemand aus ihrer Umgebung wusste etwas, sie hat niemandem etwas erzählt", sagte die Flensburger Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt nach dem Geständnis der Frau. "Ihr Mann sagte, er hat nichts davon gewusst." Er wäre nie auf die Idee gekommen, dass seine Frau ihm etwas verschweigt, sagte der Mann der Angeklagten dem Magazin "Stern". "Ich habe meiner Frau immer blind vertraut." Er tritt im Prozess als Nebenkläger auf. Seine Aussage wird erst am 18. März erwartet. Heute sollen zunächst Zeugen aussagen, unter anderen Polizisten und Sachverständige. Bislang sind vier Verhandlungstage bis Ende März angesetzt.

(dpa/aba)

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